Werbung
Werbung
Werbung

Unfall nach Ausstieg: Busfahrer haftet mit

Begründung: Der geschlossene Beförderungsvertrag begründe eine Schutzpflicht gegenüber dem Fahrgast.

Auch nach dem Ausstieg kann ein Busfahrer noch für ein Fehlverhalten eines Fahrgasts haften. (Foto: Pixabay/AJEL)
Auch nach dem Ausstieg kann ein Busfahrer noch für ein Fehlverhalten eines Fahrgasts haften. (Foto: Pixabay/AJEL)
Werbung
Werbung
Claus Bünnagel

Der Busfahrer musste auf einer Bundesstraße aufgrund eines Karnevalsumzugs halten. Nachdem der Bus bereits einige Minuten stand, öffnete der Chauffeur auf Drängen von Fahrgästen, die aussteigen wollten, die Bustür. Ein Mädchen verließ den Bus durch die hintere Tür, trat auf die Straße und wurde vom vorbeifahrenden Pkw erfasst. Sie war zum Unfallzeitpunkt 13 Jahre alt und musste operativ behandelt werden. Die Pkw-Fahrerin fuhr rechts an dem Bus vorbei, um auf den Seitenstreifen zu halten und von dort aus zu telefonieren.

50-%-Anspruch über 3.370 Euro

Das Unfallopfer verklagte die Fahrerin auf Schadensersatz. Vor Gericht setzte sie einen 50-%-Anspruch in Höhe von 3.370 Euro durch. Der Haftpflichtversicherer der Pkw-Fahrerin klagte anschließend gegen den Haftpflichtversicherer des Busfahrers bzw. Busunternehmens, um die Hälfte des gezahlten Betrages zurückzuerhalten. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm urteilte, dass die Regressklage erfolgreich sei (AZ: 11 U 108/17). Begründung: Alle Beteiligten seien für den Unfall mitverantwortlich gewesen. Der geschlossene Beförderungsvertrag begründe eine Schutzpflicht gegenüber dem Fahrgast. Der Busfahrer habe die Bustür geöffnet, ohne zuvor die Warnblinkanlage einzuschalten. Das fehlerhafte Verhalten des jugendlichen Fahrgasts schließe eine Haftung von Busfahrer und Busbetrieb nicht aus. Denn die Betriebsgefahr des Fahrzeugs sei zu berücksichtigen.  Der Haftpflichtversicherer des Busses müsse zahlen, so das OLG.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung