Nahverkehr auf Bestellung: LOOPmünster erfolgreich gestartet

Seit dem Startschuss am 1. September vergangenen Jahres wurde das On-demand-Angebot in der nordrhein-westfälischen Uni-Stadt bereits von 70.000 Fahrgästen genutzt.

LOOPmünster steht für ein umweltfreundliches ÖPNV-Konzept, durch das der ländliche Raum mit hybriden Londontaxis (LEVC TX) besser angebunden werden soll. (Foto: Stadtwerke Münster)
LOOPmünster steht für ein umweltfreundliches ÖPNV-Konzept, durch das der ländliche Raum mit hybriden Londontaxis (LEVC TX) besser angebunden werden soll. (Foto: Stadtwerke Münster)
Martina Weyh

Erfolgreiches Pilotprojekt – seit 1. September 2020 fahren hybride Londontaxis (LEVC TX) als Ergänzung des Münsteraner Nahverkehrsangebots durch den Süden der nordrhein-westfälischen Universitätsstadt. Ohne festen Fahrplan und Linienwege sind sie unterwegs in den Stadtteilen Hiltrup, Amelsbüren, Berg Fidel, Düesberg sowie anliegenden Wohn- und Gewerbegebieten. In dem rund 40 km² großen Gebiet wohnen über 55.000 Menschen.

Gefördertes Projekt

LOOPmünster wird vom Land NRW mit bis zu 5 Mio. Euro gefördert – das dahinterstehende Konzept wurde im Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ ausgezeichnet. Bis zu 3 Mio. Euro steuert die Stadt aus eigenen Mitteln bei.

Erstes Fazit

Nach vier Monaten haben Stadt und Stadtwerke jetzt eine erste Bilanz gezogen – und die fiel trotz Pandemiezeiten sehr positiv aus – der On-demand-Dienst ist bis dato bereits von 70.000 Passagieren genutzt worden. Durch den zweiten coronabedingten Lockdown sind die Nutzungszahlen von LOOP gegenüber den ersten Monaten allerdings gesunken, von durchschnittlich 560 Fahrten pro Tag im Oktober auf etwa 400 im Dezember und Januar.

Die Münsteraner sind zufrieden mit LOOP – im Schnitt bewerteten die Fahrgäste ihre Fahrt mit 4,6 von 5 Sternen. Im Frühjahr soll es im Rahmen der Begleitforschung des Projekts durch die Fachhochschule Münster eine erste Fahrgastbefragung geben von der sich Stadt und Stadtwerke weitere Erkenntnisse darüber erwarten, wie LOOP das Mobilitätsverhalten in Münsters Süden beeinflusst.

So funktioniert's

Die Londontaxis, die bis zu sechs (in Corona-Zeiten aktuell vier) Fahrgästen auf bequemen Ledersitzen Platz bieten oder alternativ ein Rollstuhl samt Nutzer und Begleitperson, fahren rund 700 festgelegte Ein- und Ausstiegspunkte an. Fahrtwünsche mehrerer Fahrgäste werden durch das System gebündelt. Um die Fahrzeuge zu nutzen, reicht eine normale Fahrkarte, zum Beispiel ein Abo, ein 90 Minuten- oder Semesterticket. Zusätzliche Kosten fallen nicht an.

Die Fahrten können entweder über die LOOPmünster-App oder – nach vorheriger Registrierung – via Telefon gebucht werden. Die App-Funktionen werden stetig angepasst und verbessert. So soll es u.a. bald möglich sein, bei der Buchung anzugeben, ob auch größere Gepäckstücke transportiert werden müssen oder einen Kindersitz gebraucht wird.

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