Rostock stellt erste Elektrobusse in Dienst

Zwei niederflurige Iveco E-Way der Rostocker Straßenbahn AG sind seit 7. September in Warnemünde im Linienbetrieb unterwegs.

Bis 2035 soll die Busflotte der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) komplett emissionsfrei werden – den Anfang machen zwei 12 m lange Iveco E-Way. (Foto: RSAG)
Bis 2035 soll die Busflotte der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) komplett emissionsfrei werden – den Anfang machen zwei 12 m lange Iveco E-Way. (Foto: RSAG)
Martina Weyh

Bis 2035 soll die Busflotte der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) komplett emissionsfrei werden – den Anfang machen jetzt zwei Iveco E-Way. Die 12 m langen niederflurigen Solos sind seit 7. September im Einsatz und verbinden den Ortskern des Rostocker Stadtteils Warnemünde mit Diedrichshagen und der S-Bahn.

Details

Die beiden Iveco-Stromer sind mit ihrem auffälligen in blau gehaltenem Design außen wie innen echte Hingucker und mit jeweils 35 Sitz- und ca. 38 Stehplätzen ausgestattet. Der Fußbodenbelag ist in Laminatoptik gehalten.

Beide Iveco E-Way verfügen über eine Absenkmöglichkeit an der Türseite (Kneeling). An der zweiten Tür gibt es einen Multifunktionsbereich für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, der über Klapprampe erreichbar ist. Doppel-TFT-Monitore versorgen die Passagiere mit den nötigen Fahrgastinformationen. Videoüberwachung, Fahrscheinautomaten, USB-Ladeanschlüsse und Abbiegeassistenten sind ebenfalls mit an Bord.

Ladung und Reichweite

210 km Reichweite sind nach Angaben der RSAG mit den Iveco E-Way-Solos möglich. Die sechs Batterien sind auf dem Dach (vier) und im Heck (zwei) verbaut. Geladen werden die beiden Stromer via Kabel über Nacht auf dem RSAG-Busbetriebshof in Rostock-Schmarl. Dafür wurden laut RSAG zwei Ladesäulen der Firma ABB mit einer Ladeleistung von je 55 KW errichtet.

Finanzierung

Die Kosten für das Elektro-Duo liegen bei rund 1,1 Mio. Euro. Die Rostocker Straßenbahn AG erhält aus dem Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Fördermittel in Höhe von 635.441 Euro. Dazu wurde gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH in den vergangenen Monaten das Projekt zum Klimaschutz, zur Luftschadstoff- und Lärmreduktion im Stadt- und Regionalverkehr in Mecklenburg-Vorpommern aufgelegt.

Bis Ende 2022 sollen 47 batteriebetriebene Standard-Niederflurbusse beschafft und die entsprechende Ladeinfrastruktur auf den Betriebshöfen installiert werden. Synergieeffekte werden von beiden Verkehrsunternehmen im gemeinsamen Wissenszuwachs gesehen.

Neben dem täglichen Einsatz der Elektrobusse im Linienbetrieb umfasst dies die Nutzung der Ladetechnik einschließlich der Stromversorgung, sowie Erfahrungen bei der Schulung des Personals und der Neuorganisation interner Betriebsabläufe.

Bei der Elektrifizierung von Bussen im Stadt- und Regionalverkehr wollen die beiden Verbundpartner RSAG und die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle übernehmen. Erworbenes Know-How soll an interessierte Verkehrsbetriebe weitergegeben werden.

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