Elektrischer ÖPNV: Stadtverkehr Lübeck macht Tempo

Bis Mitte kommenden Jahres sollen 50 eCitaro, davon 19 als Gelenkbus in die städtische Flotte aufgenommen werden – gefördert wird die Anschaffung samt notwendiger Infrastruktur mit 16 Mio. durch das Bundeswirtschaftsministerium.

Bis zum Jahr 2030 soll insgesamt 70 % der Stadtverkehr-Lübeck-Busflotte elektrisch unterwegs sein – betankt werden die E-Busse mit 100 % Ökostrom. (Foto: Stadtverkehr Lübeck)
Bis zum Jahr 2030 soll insgesamt 70 % der Stadtverkehr-Lübeck-Busflotte elektrisch unterwegs sein – betankt werden die E-Busse mit 100 % Ökostrom. (Foto: Stadtverkehr Lübeck)
Martina Weyh

Der Verkehrsbetreiber der Hansestadt Lübeck hat angekündigt, seine Flotte bis Mitte des kommenden Jahres mit 50 Elektrobussen des Typs Mercedes Benz eCitaro samt benötigter Ladeinfrastruktur emissionsfrei auszubauen. Betankt werden sollen die Neuzugänge mit Grünstrom der Lübecker Stadtwerke. Damit ist ein Viertel der Stadtbusflotte künftig komplett emissionsfrei unterwegs.

Gefördert wird der Umbau auch mit Mitteln aus dem Bundeswirtschaftsministerium in Höhe von 16 Mio. Euro – ca. 22 Mio. schießt die Stadt aus Eigenmitteln im Rahmen des Förderprogramms SMILE (Saubere Mobilität in Lübeck – elektrisch) hinzu.

Bis Ende 2030 sollen laut den Zielvorgaben 70 % der städtischen Flotte elektrisch unterwegs sein.

„Ab dem Jahr 2023 werden pro Jahr etwa 3.000 t CO2 und 20 t NOx im Vergleich zu den Emissionen im Jahr 2019 eingespart,“ erklärt Andreas Ortz, Geschäftsführer der Stadtverkehr Lübeck GmbH.

 Der Ausbau der Elektromobilität im ÖPNV sei ein wichtiger Meilenstein für den Klimaschutz in Lübeck, so Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt. Erklärtes Ziel sei, „dass mehr Menschen den ÖPNV Busverkehr positiver wahrnehmen und nutzen“. Als weitere Maßnahme werde zudem ab August die dritte Preiszone abgeschafft.

Neuer Kompetenzbereich

Stadtverkehr Lübeck hat für den Betrieb der Elektrobusse einen neuen Kompetenzbereich aufgebaut, der den veränderten betrieblichen Fragestellungen Rechnung tragen soll.

„Wir bilden nun auch KFZ-Mechatroniker:innen in der Fachrichtung System- und Hochvolttechnik aus und haben für die Elektrobusse neue Dacharbeitsplätze in der Werkstatt eingerichtet, um zum Beispiel die Batterien zu warten, die auf dem Dach der Busse verbaut sind,“ erläutert Andreas Ortz.

Für die geförderten 31 Stromer und für weitere Elektrobusse will das Verkehrsunternehmen bis Ende 2022 bereits 70 Ladepunkte installieren. Dafür werden nach Angaben von Stadtverkehr Lübeck mehr als 10 km Starkstromkabel mit einem Gesamtgewicht von etwa 10 t verlegt. Zudem wurde ein Netzanschluss mit einer Leistung von 8,5 MW geschaffen, um die Energie von bis zu 10 MWh pro Bus und Monat liefern zu können.

Die vollständigen Ladezeiten je nach Batterietyp gibt das Unternehmen mit 3 bis 6 Stunden an, die Reichweite der Elektrobusse derzeit mit ca. 200 km – in etwa knapp die Hälfte der Reichweite eines Dieselbusses.

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