Ebusco 3.0 auf Münchens Straßen unterwegs

Der niederländische Bushersteller hat am vergangenen Freitag (17. Dezember) zwei Elektro-Solos der neuen Generation an die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ausgeliefert – das Verkehrsunternehmen der bayerischen Landeshauptstadt ist weltweit Erstkunde für die größtenteils aus Verbundwerkstoff hergestellten emissionsfreien Stromer.

Peter Bijvelds (r.), CEO des niederländischen Busherstellers, war persönlich nach München gereist, um die ersten Ebusco 3.0 an Veit Bodenschatz, Geschäftsbereichsleiter Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu übergeben. Dabei wurde auch ein Carbon-Kennzeichen mit Datum und Unterschrift überreicht. (Foto: Ebusco)
Peter Bijvelds (r.), CEO des niederländischen Busherstellers, war persönlich nach München gereist, um die ersten Ebusco 3.0 an Veit Bodenschatz, Geschäftsbereichsleiter Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu übergeben. Dabei wurde auch ein Carbon-Kennzeichen mit Datum und Unterschrift überreicht. (Foto: Ebusco)
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Martina Weyh

Bis 2035 will die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre gesamte Flotte auf Elektroantrieb umstellen – einen weiteren Schritt in diese Richtung bildete die Übernahme von zwei Ebusco 3.0 am vergangenen Freitag (17. Dezember). Insgesamt hat die MVG vier Busse des Typs Ebusco 3.0 bestellt, die bis 2023 ausgeliefert werden sollen.

Veit Bodenschatz, Geschäftsbereichsleiter Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses innovative Fahrzeug als weltweiter Erstkunde in Betrieb nehmen können und unsere Erfahrungen aus dem Einsatz in München in die Weiterentwicklung des Fahrzeugs einfließen. Im vierten Ebusco 3.0, der 2023 ausgeliefert werden soll, werden bereits Optimierungen und Wünsche, die sich aus dem Betrieb ergeben haben, umgesetzt.“

Einer der beiden niederländischen Elektrobusse, die im Ebusco-Werk in Deurne hergestellt wurden, soll auf den StadtBus-Linien 100 und 144 eingesetzt werden, was pro gefahrenem km etwa 1 kg CO2 einspart. Der zweite Ebusco-Stromer der neuesten Generation wird für die Teilnahme am Pilotprojekt TEMPUS zum sogenannten „Platooning“ vorbereitet.

Beim Platooning fahren mehrere Fahrzeuge mittels elektronischer Steuerung in engem Abstand hintereinander. Dabei muss nur das vorderste Fahrzeug durch einen Fahrer gesteuert werden, alle nachfolgenden Fahrzeuge folgen automatisiert.

Details

Der Ebusco 3.0 ist größtenteils aus Verbundwerkstoff, wie er auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie genutzt wird, gefertigt, die tragende Struktur der Karosserie ist aus Carbon.

Durch das niedrige Fahrzeuggewicht von weniger als 10 t ist auf jeder Seite einer Achse jeweils nur ein einzelner Reifen nötig, was die Radkästen im Innenraum besonders schmal ausfallen lässt. Dadurch kann der Fußboden von vorne bis hinten flach und ohne Anstiege ausgeführt werden. Das Fahrzeug ist damit für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste im Innenraum komplett barrierefrei. 

Ebusco gibt die Reichweite seiner Leichtgewicht-Stromer mit bis zu 575 km bei einer einzigen Ladung an. Damit wird ein Zwischenladen während des Tages in den meisten Fällen obsolet.