Hannover: Solaris-Wasserstoffbus im Testbetrieb

Die niedersächsischen Verkehrsunternehmen ÜSTRA und regiobus denken über einen Einsatz ab 2023 nach.

Elke van Zadel, Hauke Jagau und Denise Hain präsentieren den Wasserstoffbus, der von ÜSTRA und regiobus getestet wird. (Foto: Florian Arp)
Elke van Zadel, Hauke Jagau und Denise Hain präsentieren den Wasserstoffbus, der von ÜSTRA und regiobus getestet wird. (Foto: Florian Arp)
Martina Weyh

Das Projekt Wasserstoffbus läuft – die beiden Verkehrsbetreiber ÜSTRA und regiobus setzen den Solaris Urbino 12 eine Woche lang im Test-Linienbetrieb ein.

„Unsere Fahrerinnen und Fahrer prüfen, wie sich das Fahrzeug im Linienbetrieb bewegt und wieviel Energie es verbraucht. Außerdem wollen wir erste Erfahrungen rund um den Betankungsprozess und mögliche Auswirkungen auf die Werkstatt sammeln“, erläutert Denise Hain, ÜSTRA Vorständin Betrieb und Personal.

Der Urbino 12 hydrogen verfügt über eine Brennstoffzelle mit einer Nennleistung von 70 kW. In den Wasserstofftanks können 37,5 kg Wasserstoff gespeichert werden. Der Bus ist mit einer High-Power Batterie ausgestattet, in der die durch Rekuperation entstehende Energie gespeichert wird. Der Antrieb erfolgt durch radnabennahe Elektromotoren, die jeweils eine Leistung von 125 kW haben.

Bereits seit Ende Juni ist der Testbus auf verschiedenen ÜSTRA Linien im Einsatz. Betankt wird der Wasserstoff-Solo beim regionalen Tankanlagen-Entwickler JA-Gastechnology GmbH in Burgwedel.

Das Ziel – bis 2023 komplett CO2-freier Nahverkehr in der Region Hannover

Die Testwoche ist gleichzeitig der Auftakt für das gemeinsame Projekt der Region Hannover, der regiobus sowie der ÜSTRA. Das Ziel – Know-how zum Thema Wasserstofftechnologie aufzubauen. Dazu soll ein interdisziplinär zusammengestelltes Projektteam im ersten Schritt eine Marktanalyse von Fahrzeugherstellern und Energieerzeugern von Wasserstoff sowie eine Chancen-/Risikoanalyse für den Einsatz von Wasserstoffbussen erstellen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten zur Förderung ermittelt werden.

Bis zum Jahr 2023 will die ÜSTRA innerhalb der Umweltzone Hannovers komplett auf Batteriebus-Betrieb umstellen. Dazu wird auf den Innenstadtbuslinien (100/200, 120, 121, 128 und 134) sowie auf den Betriebshöfen Vahrenwald und Mittelfeld schrittweise die Ladeinfrastruktur ausgebaut und die Elektrobusflotte um 48 Fahrzeuge erweitert.

Wasserstoffbus für den Einsatz im ländlichen Raum

Der Wasserstoffbus könnte die emissionsfreie Alternative für die 33 längeren ÜSTRA-Linien sowie die über 100 überwiegend im ländlichen Raum verkehrenden regiobus-Linien sein.

Man wolle sich erste Eindrücke verschaffen und voraussichtlich 2023 zwei Wasserstoffbusse in Betrieb nehmen. Auf dem geplanten regiobus-Betriebshof in Gehrden könne dann perspektivisch eine entsprechende Tankstelle mit grüner Wasserstoffproduktion genutzt werden, so regiobus-Geschäftsführerin und ÜSTRA-Vorständin Elke van Zadel.

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