Liqui Moly peilt Umsatzmilliarde an

Die Produktions- und Absatzmengen beim deutschen Motoröl- und Additivproduzenten steigen.

Foto: Liqui Moly steigerte seinen Jahresumsatz 2023 auf 917 Mio. Euro. Geschäftsführer Dr. Uli Weller (l.) und Günter Hiermaier setzen Kurs auf eine Milliarde. (Foto: Liqui Moly)
Foto: Liqui Moly steigerte seinen Jahresumsatz 2023 auf 917 Mio. Euro. Geschäftsführer Dr. Uli Weller (l.) und Günter Hiermaier setzen Kurs auf eine Milliarde. (Foto: Liqui Moly)
Claus Bünnagel

Der deutsche Motoröl- und Additivproduzent Liqui Moly hat seinen Umsatz im Jahr 2023 um knapp 15 % auf 917 Mio. Euro gesteigert. Weitere Investitionen von mehr als 20 Mio. Euro an den deutschen Standorten Ulm und Saarlouis sollen die Produktion sowie die Logistik stärken.

„Unser Ziel ist der Eine-Milliarde-Euro-Umsatz im Jahr 2025. So wie es aussieht, schaffen wir das ein Jahr früher“, gibt sich Geschäftsführer Günter Hiermaier selbstbewusst.

Auch Kollege Dr. Weller, der seit einem Jahr ebenfalls Geschäftsführer des Ulmer Unternehmens ist, zieht positive Bilanz aus dem Jahr 2023:

„Die Rahmenbedingungen waren denkbar schlecht. Uns treffen Energiepreise, Logistikkosten und Inflation hart. Wir können und wollen die gestiegenen Kosten nicht 1:1 auf unsere Kunden umlegen. Auf dem größten Anteil der Preissteigerungen bleiben wir sitzen. Da hilft nur einsparen, wo es niemandem wehtut, sowie mehr verkaufen – und das weltweit.“

Produktion an der Kapazitätsgrenze

Das gelingt Liqui Moly augenscheinlich gut. Die Produktions- und Absatzmengen steigen.

„Wir haben bei der Additivherstellung unsere Kapazitätsgrenze erreicht. Mehr als 18,5 Mio. Dosen gingen in Ulm vom Band. Unsere Produktionserweiterung bringt hier Entlastung. Im Jahr 2024 planen wir 22 Mio. Dosen“, so Günter Hiermaier.

Auch die Ölherstellung in Saarlouis liefe fast am Limit. „Millioneninvestitionen helfen uns, die Produktionsmengen zu erhöhen“, berichtet Dr. Weller. Das Ölwerk in Saarlouis habe im Jahr 2023 mit gut 94.000 t Schmierstoffen über 9 % mehr produziert als 2022. Motoröle machten den größten Anteil aus, gefolgt von Getriebeölen.

„Unsere Abfüllanlagen für Kleingebinde kommen bei diesen Mengen an ihre Kapazitätsgrenze. Hier haben wir ordentlich investiert, um den Mengenausstoß zu erhöhen“, so Dr. Weller.

Generell sei die gesamte Kapazitätsgrenze des Ölwerks in Sicht. Diese liege bei 120.000 t jährlich.

„Bei konstantem Wachstum hätten wir unsere Obergrenze in drei Jahren erreicht, würden wir nicht weiter in den Standort investieren“, berichtet Dr. Weller weiter.

Weichen auf Wachstumskurs

Insgesamt stehen die Weichen des Schmierstoffspezialisten weiterhin auf Wachstumskurs.

„Wir halten an unserer Internationalisierung fest und stärken unsere Tochtergesellschaften im Ausland. Wir stocken Personal auf, wo immer nötig. Im Jahr 2023 haben wir rund 50 Stellen geschaffen, was einem Plus von 5 % entspricht“, erläutert Günter Hiermaier.

Neben der Einführung flexibler Arbeitszeiten und des mobilen Arbeitens wo immer möglich wurden zusätzliche finanzielle Zuwendungen für alle 1.104 Beschäftigten umgesetzt.

„Wir haben die vollen 3.000 Euro Inflationsausgleich gezahlt und den Tarifvertrag freiwillig umgesetzt. Allein daraus ergeben sich z.B. in der Produktion Lohnzuwächse von mehr als 10 %. Zugleich beteiligen wir alle Kollegen mit weiteren bis zu 3.000 Euro an unserem Gewinn“, betont Günter Hiermaier.

Wo die Reise hingehen soll, sei den beiden Geschäftsführern klar:

„Wir wachsen weiter. Die Milliarde ist nicht das Limit. Wir haben die zweite Milliarde fest im Blick.“

Umgesetzt werden soll dies durch die Stärkung des Exportgeschäfts, weitere Digitalisierungsmaßnahmen, Kundenbindung sowie Produktinnovationen in allen Bereichen – E-Fahrzeuge inbegriffen. Letzterer Punkt sei vor allem für den europäischen Markt wichtig.

„Der Absatz an Motorölen und Additiven wird aller Voraussicht nach in den nächsten beiden Jahrzehnten innerhalb der EU rückläufig sein. International spielt die E-Mobilität noch eine Nebenrolle. Dennoch wollen wir als Marke in der EU stark sein, weshalb wir unser bestehendes Sortiment für Elektro- und Hybridfahrzeuge weiterentwickeln werden.“, berichtet Dr. Uli Weller.

Günter Hiermaier betont, „dass wir international das vorantreiben, was uns in Deutschland stark gemacht hat. Und das ist unser exzellenter persönlicher Service. Unsere Konkurrenz baut an der Stelle massiv Stellen ab. Wir stocken auf und gehen mit geballter Vertriebskraft in noch unerschlossene Märkte. Dass diese Strategie aufgeht, sieht man an unseren Tochtergesellschaften“.

Bei allen Vorhaben genieße das Unternehmen die volle Rückendeckung des Mutterkonzerns Würth.

„Wir agieren nach wie vor eigenständig. Die Konzernführung vertraut und bestärkt uns in unserem Weg. Die Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Respekt. Das ist zentral für unser Selbstverständnis, unseren Teamgeist und unsere starke Marke“, so Günter Hiermaier.

Über Liqui Moly

Mit rund 4.000 Artikeln bietet Liqui Moly ein breites Sortiment an Automotiv-Chemie: Motoröle und Additive, Fette und Pasten, Sprays und Autopflege, Klebe- und Dichtstoffe. Gegründet 1957, entwickelt und produziert das Unternehmen seine Motoröle und Additive ausschließlich in Deutschland. Es verkauft seine Produkte in rund 150 Ländern.