NWO fordert Ende des Reisebusstillstands

Laut Prognose würden bis Anfang Juni 63 % der Bevölkerung ab 18 Jahren eine erste Impfung erhalten haben, 32 % sogar bereits vollen Impfschutz genießen.

Kein Stillstand mehr: Im Laufe des Jahres soll das Reisebusgeschäft wieder starten, fordert der NWO. (Foto: Pixabay)
Kein Stillstand mehr: Im Laufe des Jahres soll das Reisebusgeschäft wieder starten, fordert der NWO. (Foto: Pixabay)
Claus Bünnagel

Nach sechs Monaten Stillstand müssen Reisebusse wieder fahren dürfen. 

Das fordert der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO). 

Die Busunternehmer wollen endlich wieder ihren Beruf ausüben. Ihre Existenzen hängen daran. Mit Impfungen, Tests und hohen Hygienestandards können sie in der Pandemie sicher fahren. (NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch) 

Es schicke diesen dringenden Appell an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und andere Landespolitiker. Seit vergangenen November sind touristische Fahrten mit Reisebussen verboten – seit März 2020 der zweite harte Lockdown für Bustourismus, Klassenfahrten und Vereinstouren. Nach Meinung des NWO dürfte er in der Branche noch lange nachhallen, denn inzwischen summierten sich die Lockdownphasen auf neun Monate. Gleichzeitig nähme die Impfkampagne an Fahrt auf. Laut Prognose würden bis Anfang Juni 63 % der Bevölkerung ab 18 Jahren eine erste Impfung erhalten haben, 32 % sogar bereits vollen Impfschutz genießen. Das führe dazu, dass das Vertrauen der Reisegäste zurückkehrt.

Gerade bei den geimpften Senioren hat sich eine große Reisesehnsucht entwickelt. (Gladasch)

NRW soll nachziehen 

Bayern und Niedersachsen haben für Gebiete mit Inzidenzen unter 100 angekündigt, touristische Reisebusverkehre noch im Mai zu erlauben. Schleswig-Holstein will bereits ab dem 17. Mai wieder öffnen. 

NRW muss schnell nachziehen. (Gladasch)

Denn auch in NRW sänken die Inzidenzwerte, der R-Wert liege bei 0,8. Die Impfquote steige.

Es muss ab sofort möglich sein, mit einer Busreisegruppe von NRW aus in jene Gebiete innerhalb und außerhalb Deutschlands zu fahren, die Tourismus zulassen. Mit Flugzeug, Bahn und Pkw ist das gestattet. Diese Ungleichbehandlung muss aufhören. (Gladasch)

Restart mit Antigen-Schnelltests und AHA-Regeln 

Eine sichere Beförderung sei auch in Zukunft möglich – mit hohen Hygiene- und Infektionsstandards sowie engmaschigen Antigen-Schnelltests. Der NWO habe deshalb erneut die Hygiene- und Infektionsschutzstandards für Fahrten in Reisebussen weiterentwickelt und dem NRW-Gesundheitsministerium einen detaillierten Vorschlag unterbreitet. Vorgesehen seien verpflichtende PoC-Antigen-Tests vor jeder Fahrt (maximal 24 Stunden alt). Der Test müsse wiederholt werden, wenn die Beförderung länger als 24 Stunden dauere, bei coronatypischen Symptomen auch während der Fahrt. Ausnahmen würden nur für Fahrgäste mit vollständigem Impfschutz sowie für Genesene gelten. Die AHA-Regeln blieben bestehen. 

NWO: Politik muss verbindliche Perspektive aufzeigen 

Auch wenn die Gruppe der geimpften Reisewilligen steige, die Branche wisse, dass der Restart nicht von jetzt auf gleich die Reisebusse wieder füllen wird, so der NWO. 

Es wird eine Öffnung in kleinen Schritten. Die Betriebe benötigen einen gewissen Vorlauf für Planung, Vermarktung und für die Buchungsphase. (Gladasch)

Aber ohne klare Signale aus der Politik, unter welchen Bedingungen und wann überhaupt wieder gefahren werden dürfe, werde vielen Betrieben trotz staatlicher Förderung die Luft ausgehen. Die Politik stehe jetzt mehr denn je in der Pflicht, den Unternehmen und Menschen in diesem Land endlich eine verbindliche, einheitliche und nachvollziehbare Perspektive zu geben.

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