Fabrikeröffnung: Fenecon stellt Stromspeicher aus E-Autobatterien her

Die Produktionskapazität liegt bei circa 500 Großspeichern und 30.000 Heimspeichereinheiten pro Jahr.

In der CarBatteryReFactory im niederbayerischen Iggensbach entstehen aus alten Elektrofahrzeugbatterien Akkus für Großspeicher. (Foto: Christian Haasz)
In der CarBatteryReFactory im niederbayerischen Iggensbach entstehen aus alten Elektrofahrzeugbatterien Akkus für Großspeicher. (Foto: Christian Haasz)
Claus Bünnagel
(erschienen bei VISION mobility von Claus Bünnagel)

Die CarBatteryReFactory von Fenecon, einem Anbieter von Stromspeichern mit smartem Energiemanagementsystem, ist offiziell in Betrieb gegangen. In der Fabrik im niederbayerischen Iggensbach (Landkreis Deggendorf) entstehen aus ausgedienten und aufgearbeiteten Elektrofahrzeugbatterien dringend benötigte Großspeicher. Ebenso wurde die Produktion des Heimspeicher-Energiemanagementsystems ins neue Werk verlagert, dabei deutlich vergrößert und automatisiert.

Die Produktionskapazität der Fabrik liegt bei circa 500 Großspeichern und 30.000 Heimspeichereinheiten pro Jahr. Die CarBatteryReFactory wurde von der EU und vom Freistaat Bayern gefördert: Die Investitionssumme für die erste Ausbaustufe betrug rund 25 Mio. Euro, davon steuerten die Wirtschaftsförderung Bayern 1,7 Mio. und der EU Innovation Fund 4,5 Mio. Euro bei.

Ausgeklügeltes Energiekonzept

Auf dem 24.000 m2 großen Gelände an der A3 wurden in gut einem Jahr Bauzeit für große Stromspeicher eingerichtete Produktions- und Lagerhallen sowie ein Entwicklungslabor, Büros und Schulungsräume geschaffen. Im neuen Werk entstehen rund 100 Arbeitsplätze. Alle Parkplätze werden mit Ladestationen ausgestattet, der Firmenfuhrpark ist komplett elektrisch. Daneben stehen Schnelllader für Pkw und Lkw zur Verfügung.

Fenecon nutzt alle geeigneten Dach- und Fassadenflächen für die Solarstromproduktion aus den gut 500 kWp Anlagenleistung. Die Wärmeversorgung erfolgt komplett elektrisch mit großen Wärmepumpen, die im Sommer auch im Kühlbetrieb eingesetzt werden können, sowie E-Spitzenlastheizungen.

Das FEMS Energiemanagementsystem steuert alle Erzeuger, Verbraucher und die Großspeicher mit insgesamt 1.000 kW und 1.800 kWh, die auch die Lastspitzen des Industriebetriebs kappen. Der Netzstrombezug erfolgt per dynamischem Stromtarif zu Viertelstundenpreisen auf Basis der hauseigenen FEMS-App „Dynamischer Stromtarif“, einem KI-basiert erstellten individuellen Energiefahrplan mit bis zu 24-Stunden-Prognose, so wie er auch bei den Fenecon-Heimspeichern von vielen Anwendern genutzt wird.

Hochskalierte serielle Produktionsabläufe

Die Heimspeicher-Linie läuft bereits seit Januar, die großserienmäßige Herstellung der Fenecon-Industrial-Modelle folgte im Februar. In den Gewerbe- und Industriespeichern mit Kapazitäten von 82 bis 1.288 kWh kommen dabei ausschließlich neue Elektrofahrzeugbatterien von deutschen Premiumfahrzeugherstellern zum Einsatz.

Hohe Nachfrage nach Gewerbe- und Industriestromspeichern

„Der Markt für Großspeicher in Gewerbe und Industrie sowie für Solar- und Ladeparks wächst gerade sehr dynamisch. Die deutliche Ausweitung unserer Produktionskapazität kommt daher genau zur richtigen Zeit und ermöglicht es uns, sehr wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können“, erklärt Franz-Josef Feilmeier, Gründer und Geschäftsführer von Fenecon.

Die Expansion geht weiter

In South Carolina entsteht derzeit die zweite CarBatteryReFactory, da auch im US-amerikanischen Markt sowohl überschüssige Elektrofahrzeugbatterien vorhanden sind als auch große Stromspeicher gebraucht werden.