100 Jahre Teufelshöhle Pottenstein

Attraktives Gruppenreiseziel in der fränkischen Schweiz – zum Jubiläum stehen Sonderführungen auf dem Programm.

Eine faszinierende Unterwelt. (Foto: Teufelshöhle Pottenstein)
Eine faszinierende Unterwelt. (Foto: Teufelshöhle Pottenstein)
Martina Weyh

In diesem Jahr feiert die Teufelshöhle im fränkischen Pottenstein den 100. Geburtstag ihrer Erschließung im Jahr 1922 – entstanden ist die Tropfsteinhöhle vor ca. 2,5 Mio. Jahren.

Die Teufelshöhle gilt als Deutschlands größte und schönste Schauhöhle mit prächtigen Stalagmiten und Stalaktiten. Ca. 45 Minuten dauert eine Führung durch die faszinierende Unterwelt, rund 400 Stufen sind dabei zu bewältigen.

Sie besteht aus mehreren großen Hallen, die durch künstlich angelegte, stollenartige Gänge miteinander verbunden sind. Die hallenartigen Hohlräume sind enorm groß: Der „Kuppelsaal“ auch als großes Teufelsloch bekannt, hat bei einer Grundfläche von etwa 100 qm eine Höhe von mehr als 10 m. Der „Barbarossadom“ ist etwa 45 m lang, 18 m breit und bis zu 18 m hoch. Der „Riesensaal“, der größte Raum der Teufelshöhle, misst etwa 30 m in der Länge, 16 m in der Breite und 13 m in der Höhe.

Sommer wie Winter herrscht dort eine konstante Temperatur von 9 Grad – auch Heilaufenthalte sind in den Heilstollen der Teufelshöhle möglich, denn die Luftreinheit, gepaart mit der gleichbleibend kühlen Temperatur und der hohen Luftfeuchtigkeit wirken lindernd bei Atemwegsbeschwerden und -erkrankungen.

Entdeckt hat Teufelshöhle der Bayreuther Geologe und Bergbauingenieur Hans Brand, ein strammer Nazi, der das Außenlager des KZ Flossenbürg in den 1940er-Jahren nach Pottenstein holte, um die dort internierten Häftlinge bei den Erschließungsarbeiten der Teufelshöhle einzusetzen. Geplant ist nach Aussagen des Pottensteiner Bürgermeisters Stefan Frühbeißer gegenüber BR 24, die dunkle Geschichte während der Nazizeit im Rahmen einer Dauerausstellung umfänglich zu thematisieren und aufzuarbeiten.

Vor zwei Jahren wurde ein weiterer Höhlenraum entdeckt, der zurzeit noch nicht touristisch zugänglich ist. Für den Besuch der Höhle zahlen Gruppen ab 15 Personen 5 Euro p.P.

Jubiläumsprogramm

Im Rahmen des Jubiläums bietet die Teufelshöhle immer freitags spannende Sonderführungen – jeden ersten Freitag gibt es ein Angebot speziell für Kinder, jeder zweite Freitag führt im Rahmen der „Historischen Führung“ tief in die Geschichte der Tropfsteinhöhle, jeden dritten Freitag steht die „Mythologische Führung“ auf dem Programm, die sich u.a. mit der Frage nach verborgenen Heilkräften in der Höhle beschäftigt und jeden vierten Freitag können Besucher sich unter der Überschrift „Teufelshöhle auf Abwegen“ auf die mit 100 Minuten längste Tour im Angebot begeben, allerhand über Fledermäuse und Höhlenbären erfahren, und dabei auch sonst nicht zugängliche Höhlenräume besichtigen.

Flankierendes Unterhaltungsprogramm

Von Juli an stehen zudem zahlreiche Kulturveranstaltungen rund um die Teufelshöhle auf dem Programm – den Anfang macht am 9. Juli die Kabarettistin Inka Meier. Am 23. Juli gibt sich dort der Jazzmusiker Dieter Köhnlein mit seinem Quartett die Ehre.

Weitere Infos zur Teufelshöhle, Führungen, Veranstaltungen und Eintrittspreisen gibt es hier »

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