Mystery-Check bei Fremdenverkehrsämtern

Defizite bei Angebotsbearbeitung
Redaktion (allg.)
Auf der ITB in Berlin stellten die IRS Consult AG und die Elvia Reiseversicherungen eine Untersuchung vor, in der 4.690 Fremdenverkehrsorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Bearbeitung der eingehenden Anfragen getestet wurden. Dabei fragte ein "Mystery-Shopper" für einen konkreten Zeitraum ein Zimmer innerhalb eines bestimmten Preisrahmens per e-Mail an. 61,5 Prozent der Orte beantworteten die Anfrage, wobei nur 13 Prozent auf die Wünsche des Mystery-Shoppers eingingen. Die meisten Fremdenverkehrsämter schickten viel Prospektmaterial, ein Viertel davon sogar ohne persönliches Anschreiben. "Bei 17,5 Millionen sehr konkreten Anfragen, die die Urlaubsorte im Jahr erreichen, ergibt eine vorsichtige Hochrechung unserer Ergebnisse, dass im Jahr 16 Millionen Anfragen mit Schweigen quittiert werden", gab Rainer Blencke, der die Studie verantwortlich durchführte, zu bedenken. Erfreuliche Ausnahmen sandten innerhalb von acht Stunden ein konkretes Angebot auf die Anfrage - ebenfalls per e-Mail. IRS und Elvia konnten folgende Gewinner des Tests "Abenteuer Unterkunftssuche" ausmachen: In Deutschland belegte Traben-Trarbach Platz eins, gefolgt von Bad Orb und Bad Wiessee. In Österreich - wo wesentlich mehr Antworten per e-Mail kamen als in Deutschland - hieß der Sieger Zell am See, auf Platz zwei und drei kamen Illmitz und Kössen. Ringgenberg, Hasliberg und Spiez belegen in der Schweiz die Plätze eins bis drei. Die Untersuchung soll auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden.