„Guter Stoff“ im Europäischen Hansemuseum

Textilgeschichte in allen Facetten – der Startschuss für die Sonderausstellung, die den Bogen vom Mittelalter bis in die Neuzeit spannt, fällt Anfang Oktober.

Nachhaltigkeit ist ein jahrhundertealtes Thema, das auch in früheren Zeiten lebenswichtig war – das belegt die Sonderschau im Europäischen Hansemuseum Lübeck facettenreich und eindrücklich. (Foto: EHM - Original: Petrus Christus, Bildnis einer jungen Frau, Gestaltung: LIQUID – Agentur für Gestaltung)
Nachhaltigkeit ist ein jahrhundertealtes Thema, das auch in früheren Zeiten lebenswichtig war – das belegt die Sonderschau im Europäischen Hansemuseum Lübeck facettenreich und eindrücklich. (Foto: EHM - Original: Petrus Christus, Bildnis einer jungen Frau, Gestaltung: LIQUID – Agentur für Gestaltung)
Martina Weyh

„Guter Stoff. Textile Welten von der Hansezeit bis heute“ heißt die Sonderschau, die das Europäische Hansemuseum Lübeck vom 7. Oktober bis zum 23. April zeigt.

Ausgehend von der Kleidung, die eine Lübecker Bürgerfamilie im 15. Jahrhundert getragen hat, spannt die mulitisensorisch erlebbare Ausstellung den Bogen von der Konsumrevolution des Mittelalters bis hin zur heutigen Textilindustrie. Dabei wird die faszinierende Geschichte der Produktion, des Handels und des Konsums von Stoffen sowie die Bedeutung der Kleidung für die mittelalterliche Gesellschaft facettenreich beleuchtet.

Gerade die wirtschaftsstarken Hansestädte waren Orte, an denen der Kommerz blühte und die durch ihre Handelspolitik die Globalisierung des Alltags vorantrieben. Hochwertige Waren brachten Wohlstand für ganze Regionen und schufen als wichtiges Gut ein nordeuropäisches Wirtschaftssystem.

Nachhaltigkeit hat eine lange Geschichte

Ein besonderer Fokus der Schau ist dem Thema der Nachhaltigkeit gewidmet. Wie haben Textilien und ihre Produktionswege vergangene und heutige Gesellschaften miteinander vernetzt? Wie fair und nachhaltig waren Produktion, Handel und Umgang mit Kleidung im Mittelalter – und wie erleben wir die augenblickliche Situation? Welche Konsequenzen des Konsums ergaben sich im Mittelalter für Gesellschaft und Umwelt und wie sehen sie heute aus?

Die Diskussion über Kleidung und Verschwendung, über faire Arbeitsbedingungen und Produktqualität hat eine lange Geschichte. Wie lässt sich der Bedarf an Textilien damit in Einklang bringen? Gibt es Lösungen für die aktuellen Krisen und wie sieht die Entwicklung der Stoffe und damit auch die Mode der Zukunft aus?

Flankiert wird die Ausstellung von einem vielfältigen Bildungsprogramm mit Veranstaltungen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Über eine eigens entwickelte Website haben die Gäste zudem die Möglichkeit, die Inhalte vor und während des Ausstellungsbesuchs zu vertiefen.

Für Gruppen ab 15 Personen gibt es spezielle Tarife, weitere Infos unter https://www.hansemuseum.eu, per Telefon: 0451 80909913 oder Mail: gruppen@hansemuseum.eu

Printer Friendly, PDF & Email