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Grundstein für bundesweit einmaliges Museumprojekt gelegt

MiQua in Köln soll Brücken zwischen allen Kulturen und Religionen schaffen.

Feierliche Grundsteinlegung des MiQua (Foto: Stadt Köln, Marion Mennicken)
Feierliche Grundsteinlegung des MiQua (Foto: Stadt Köln, Marion Mennicken)
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Martina Weyh

Der Grundstein ist gelegt. Innerhalb von drei Jahren soll über der archäologischen Zone in Köln ein Jüdisches Museum als Zugang zur Ausgrabungsstätte und als Ausstellungsgebäude entstehen. Nach seiner Eröffnung im Jahr 2021 wird das Museum im Quartier (MiQua) mit dem Praetorium, dem mittelalterlichen jüdischen Viertel sowie dem Goldschmiedeviertel in einem 600 m langen Parcours über 2.000 Jahre Kölner Geschichte barrierefrei erlebbar machen. Bauherrin des rund 77 Mio. Euro teuren Museumsprojekts ist die Stadt Köln; betreiben wird es der Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Statement für ein weltoffenes Köln

Anlässlich der Grundsteinlegung unterstrich Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Hier werden sich Menschen aller Generationen, Nationalitäten, Kulturen und Religionen treffen, um einzutauchen in eine vergangene, aber dennoch lebendige Welt.“ NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hob hervor: „Vor allem gilt es aber auch, in der aktuellen politischen Situation auf die nach wie vor vorhandenen antisemitischen Strömungen in unserer Gesellschaft zu reagieren. Ein Jüdisches Museum in Köln wird auch unter diesem Gesichtspunkt durch gute didaktische Angebote und eine aktive Vermittlungsarbeit Akzente setzen können.“

Der besondere Grundstein

Mit dem von Dombaumeister Peter Füssenich entworfenen und vom Steinmetzmeister der Kölner Dombauhütte Markus Heindl aus Kalkstein gestalteten Grundstein wurden die bis in das Mittelalter zurückreichenden Beziehungen der Dombauhütte zum jüdischen Viertel erneuert. Damals führte die Dombauhütte zahlreiche Arbeiten für die Kölner Synagoge aus.

Das erste Exponat

Bereits jetzt verfügt das MiQua über ein besonderes erstes Exponat: Gemeinsam mit dem Joods Historisch Museum in Amsterdam hat der LVR den sogenannten Amsterdam Machsor erworben, eine illuminierte hebräische Handschrift aus dem 13. Jahrhundert. Seinen unschätzbaren Wert erhält er auch durch seine Herkunft aus Köln. Denn er enthält den spezifischen Kölner jüdischen Ritus und gehört zu den ältesten noch erhaltenen hebräischen illuminierten Manuskripten im deutschsprachigen Raum.

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