Pandemieauswirkungen: ÖPNV verliert stark gegen Fuß, Rad & Auto

Motiontag-Analyse bringt es an den Tag: Die individuelle Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Rad hat ihren Anteil in der Corona-Krise verzweieinhalbfacht. Auch das Auto legt zu, während der ÖPNV um 71 Prozent einbricht.

Smart ausgewertet: Die Bewegungsdaten von 2.000 App-Nutzern fügten die Motiontag-Experten zu einer Momentaufnahme des Modal Split zusammen. Der hat sich stark Richtung Individualverkehr verschoben. (Foto: Motiontag)
Smart ausgewertet: Die Bewegungsdaten von 2.000 App-Nutzern fügten die Motiontag-Experten zu einer Momentaufnahme des Modal Split zusammen. Der hat sich stark Richtung Individualverkehr verschoben. (Foto: Motiontag)
Martina Weyh
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Modal Split in der Mobilität hat sich im Zuge der Corona-Krise dramatisch verschoben hin zu individuellen Fortbewegungsmitteln. Allen voran legten die Menschen fast zweieinhalb mal so viele Weg zu Fuß oder mit dem Rad zurück als zuvor und legten um 250 Prozent. Das ergibt sich aus einer Bewegungsdatenuntersuchung des Potsdamer Start-up-Unternehmens Motiontag, das die Daten von 2.000 Nutzern seiner App speziell im städtischen Umfeld erfasst hat.

Allerdings nahmen die Wegstrecken seit der ersten März-Woche um 45 Prozent ab und betragen jetzt 28 statt zuvor 51 Kilometer in der Kalenderwoche 12, in der viele Unternehmen auch mit dem Homeoffice starteten und die Ausgangsrestriktionen begannen. Der Fahrradanteil in diesem Mix nahm in absoluten Zahlen von zwei auf sieben Prozent zu, die Fußwege machten sogar 14 statt zuvor vier Prozent aus.

Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) mit dem Auto legte von 63 auf 70 Prozent zu, was einer Steigerung um elf Prozent entspricht. Dramatisch ist dagegen der Einbruch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln: Von rund einem Drittel ging es abwärts auf nur noch neun Prozent, was einem prozentualen Rückgang um 71 Prozent entspricht.

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