Mitteldeutscher Omnibustag abgesagt

Gesundheit hat Vorfahrt – coronabedingt fällt das Branchentreffen in Gera in diesem Jahr aus.

Wegen Corona abgesagt - das diesjährige Branchentreffen in Gera. (Foto: MDO)
Wegen Corona abgesagt - das diesjährige Branchentreffen in Gera. (Foto: MDO)
Martina Weyh

Als „reine Vorsichtsmaßnahme“ bezeichnet Mario König, Vorsitzender des Mitteldeutschen Omnibusverbandes (MDO) die Absage des 16. Mitteldeutschen Omnibustages in Gera, der in diesem Jahr an 11. und 12. November stattfinden sollte.

„Wir alle werden dringend gebraucht, um täglich Hunderttausende von Menschen sicher und umweltfreundlich zu befördern.“, so König.

Dank hochmoderner Klima- und Filteranlagen sei ein permanenter Luftaustausch in den Fahrzeugen gewährleistet, was Busse zu einem coronasicherem Verkehrsmittel mache, so der MDO-Vorsitzende.

„Wer mit Bussen fährt, ob im Nahverkehr oder bei einer Busreise, ist keinen zusätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Dafür arbeitet unsere Branche intensiv“, betont Mario König nachdrücklich.

Die Corona-Pandemie habe deutlich gezeigt, wie systemrelevant die Branche sei. Deshalb verzichte man auf das wertvolle Branchentreffen in Gera, obwohl den Omnibusunternehmern aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt viele Themen unter den Nägeln brennen. Stattdessen soll das Mitteldeutsche Omnibusmagazin als Sprachrohr dienen, das Mitte November mit vielen exklusiven Statements und Berichten aus den drei Bundesländern aufwartet.

Die MBO-Agenda

Ganz oben auf der Agenda steht für die Bustouristik die Frage, wie trotz Corona-Krise noch ein Geschäft zu machen ist. Die Verunsicherung der Fahrgäste sei enorm, die Branche habe bereits erheblichen Schaden genommen und die Krise sei noch lange nicht vorbei. Staatliche Hilfsgelder reichten nicht aus.

Trotz Fahrverboten im Frühjahr und aktuell den strengen Hygieneschutzmaßnahmen in den Fahrzeugen blicke die Branche dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft – auch die Fahrgastzahlen stiegen wieder an, wenn auch langsam, so der MBO.

Von der Politik wünschen sich die privaten ÖPNV-Betriebe mehr Unterstützung und mehr unternehmerische Freiheit. Dringenden Handlungsbedarf sieht der Verband bei der Entwicklung marktgängiger Konzepte für alternative Antriebe und Digitalisierung, für deren Umsetzung Fördergelder bereitgestellt werden müssten.

Beim Stichwort Personalmangel ist der Branchenverband überzeugt, dass über eine Lockerung der Ausbildungsbedingungen als ein Instrument, mehr Menschen für den Fahrerberuf interessiert werden könnten.

Last not least – die jährliche Auszeichnung „Sicher und Unfallfrei“, die traditionsgemäß auf dem Mitteldeutschen Omnibustag verliehen wird, erfolgt in diesem Jahr individuell in den Betrieben. Mit der Plakette werden Fahrer für ihr vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr geehrt.

 

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