Baden-Württemberg: Die Zeitkarten kommen

Die BW-Tarif GmbH und Verkehrsverbünde im Ländle beschließen Ausweitung des Fahrscheinsortiments.

Das neue Tarifangebot wird zum Fahrplanwechsel 2020/2021 eingeführt. (Foto: BW-Tarif GmbH)
Das neue Tarifangebot wird zum Fahrplanwechsel 2020/2021 eingeführt. (Foto: BW-Tarif GmbH)
Claus Bünnagel

Die geplante Aufnahme von Zeitkarten für verbundübergreifende Fahrten in das Fahrscheinsortiment des bwtarif hat eine wichtige Hürde genommen. Gestern haben die 22 Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg und die für den bwtarif verantwortliche BW-Tarif GmbH im Beisein von Verkehrsminister Winfried Hermann die vertragliche Grundlage für die Zeitkarten gelegt. Das neue Tarifangebot kann so bereits zum Fahrplanwechsel 2020/2021 eingeführt werden und damit ein ganzes Jahr früher als ursprünglich geplant. 

Attraktive Zeitkarten 

In Ergänzung zum bestehenden Sortiment aus Einzelfahrscheinen, Tageskarten und Kombitickets werden die neuen Zeitkarten im bwtarif ab 13. Dezember 2020 die heutigen Zeitkarten der DB in Baden-Württemberg ersetzen. Anders als diese schließen die Angebote des bwtarif auch die Nutzung von Stadt- und Straßenbahnen sowie Bussen am Start- und Zielort mit ein. Dank der finanziellen Förderung durch das Land werden sie im bwtarif außerdem oft spürbar günstiger sein als die heutigen Tarifangebote. Damit werden sie auch für viele Nutzer interessant, die derzeit für Fahrten über die Verbundgrenzen hinweg mehrere Zeitkarten kaufen müssen. 

Digitale Vertragsunterzeichnung 

Die Unterzeichnung fand an 23 Orten gleichzeitig statt: Die Geschäftsführenden der Verbünde und der BW-Tarif GmbH waren hierzu per Videokonferenz zusammengeschaltet. 

Die bwtarif-Zeitkarten starten zum 13. Dezember 2020 zunächst mit gleitenden Monats- und Jahreskarten sowie Abos und Job-Tickets im Jedermannverkehr. Spätestens zum Beginn des Schuljahres 2021/22 werden auch Zeitkarten für Schüler sowie Auszubildende eingeführt. 

Kooperation mit den Verkehrsverbünden 

Bereits bei der Einführung des bwtarif im Dezember 2018 war die umfassende Kooperation zwischen den in Baden-Württemberg verkehrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen und den 22 Verkehrsverbünden ein elementarer Baustein für die erfolgreiche Gestaltung des verbundübergreifenden Tarifs. 

Für die Kunden, die regelmäßig nur innerhalb ihres Verbundraums fahren wollen, bleiben unsere bewährten Verbundzeitkarten natürlich erhalten. (VRN- Geschäftsführer Volkhard Malik) 

Die Baden-Württemberg-Tarif GmbH 

Zuständig für den bwtarif ist die Baden-Württemberg-Tarif GmbH mit Sitz in Stuttgart. Sie wird von den Aufgabenträgern des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), also dem Land Baden-Württemberg und dem Verband Region Stuttgart, sowie von den Eisenbahnverkehrsunternehmen im baden-württembergischen SPNV getragen. Aktuell sind dies: Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG), Bodensee-Oberschwaben-Bahn GmbH (BOB), DB Regio AG, Go-Ahead Baden-Württemberg GmbH, Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv), SBB GmbH, SWEG Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft und Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft mbH (WEG). Hauptaufgabe der Gesellschaft ist es, den bwtarif und dessen laufende Weiterentwicklung zu steuern. Hierzu zählen beispielsweise Dienstleistungen im Bereich der Tarifgestaltung, der Organisation des Vertriebs, der Einnahmenaufteilung zwischen den beteiligten Unternehmen und des Marketings. 

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