Rom: ÖPNV-Ticket für Plastikflaschen

In der „Ewigen Stadt“ können Fahrgäste Plastikflaschen gegen U-Bahn- und Bustickets einlösen.

Eine charmante Idee: In Rom kann man Plastikflaschen gegen ÖPNV-Tickets tauschen. (Foto: Pixabay/Hans)
Eine charmante Idee: In Rom kann man Plastikflaschen gegen ÖPNV-Tickets tauschen. (Foto: Pixabay/Hans)
Claus Bünnagel

Mit dem neuen Recyclingsystem „+Ricicli +Viaggi“ (Recycle und Reise) können in Rom Plastikflaschen in einem Automaten gesammelt werden. Für jede Flasche gibt es 5 Ct. Je 30 Flaschen erhält der Fahrgast via App Geld aufs Telefon für eine einfache Fahrt (1,50 Euro). Damit möchte die „Ewige Stadt“ ihr chronisches Müllproblem bekämpfen, da es in Italien kein flächendeckendes Pfandsystem gibt. Bislang sind solche Automaten in drei Metrostationen aufgestellt worden. Einen Monat nach der Einführung von +Ricicli +Viaggi im Sommer haben die römischen Verkehrsbetriebe Atac bereits 100.000 entsorgte Plastikflaschen gezählt. Inzwischen sind es mehr als 20.000 Behältnisse pro Tag. Das System soll daher bald auch an anderen Bahnhöfen oder an Bushaltestellen etabliert werden.

System auch für Deutschland?

Rom ist die erste europäische Hauptstadt mit einem solchen Recyclingverfahren. Ein ähnliches System habenbeispielsweise Indonesien und Istanbul eingeführtFür Deutschland könnte es auf diese Weise kaum adaptiert werden, da es hier bereits ein etabliertes Pfandnetz gibt. Aber Varianten sind durchaus vorstellbar für Bereiche, wo die Rückgabe von Wertstoffen und umweltschädlichen Materialien nicht mit einem Pfandbetrag geregelt ist – beispielsweise bei der Batterieentsorgung. In Deutschland landen pro Jahr rund 15.000 der 31.000 t verkauften nichtaufladbaren Gerätebatterien im Restmüll oder in der Natur. Sie enthalten umweltschädliche Schwermetalle.

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