ÖPNV in Bayern: LBO fordert Erhalt eigenwirtschaftlicher Busverkehre

Die Forderung des VCD, den öffentlichen Personennahverkehr in Bayern zur kommunalen Pflichtaufgabe für kreisfreie Städte und Landkreise zu machen, stößt beim LBO auf Unverständnis.

Die rund 1.000 privaten Verkehrsunternehmen im Flächenstaat Bayern seien die Garanten für ein funktionierendes Nahverkehrssystem mit Bussen, so der LBO. (Foto: Pixabay)
Die rund 1.000 privaten Verkehrsunternehmen im Flächenstaat Bayern seien die Garanten für ein funktionierendes Nahverkehrssystem mit Bussen, so der LBO. (Foto: Pixabay)
Claus Bünnagel

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des ÖPNV-Erreichbarkeitsindexes von „Allianz pro Schiene“ (busplaner berichtete) forderte in dieser Woche der Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland e. V. (VCD), Dr. Christian Loos, den öffentlichen Nahverkehr zur Pflichtaufgabe zu machen. Dies stößt beim LBO und den rund 1.000 privaten Verkehrsunternehmen in Bayern auf scharfe Kritik.

LBO: „ÖPNV unternehmerische Aufgabe“

Der ÖPNV sei in Planung, Organisation und Durchführung eine unternehmerische Aufgabe, so der LBO. Dieses im deutschen Personenbeförderungsgesetz (PBefG) verankerte Prinzip müsse unbedingt erhalten und geschützt werden. Es garantiere einen effizienten und bezahlbaren ÖPNV sowie eine in Europa einzigartige funktionierende mittelständische Unternehmensstruktur im ÖPNV.

Der vom VCD hergestellte Vergleich zwischen der Erreichbarkeit in Städten in Metropolregionen und mäßig besiedelten Flächenlandkreisen hinkt gewaltig. Gerade das zwingend mit der Eigenwirtschaftlichkeit verbundene Unternehmertum ist es, das leistungsfähige und nutzerorientierte Verkehrsstrukturen sicherstellt. (LBO-Präsidentin Dr. Sandra Schnarrenberger) 

Ohne privatwirtschaftliches Engagement würden die Kosten im ÖPNV explodieren. Im Übrigen braucht es keine Kommunalisierung des ÖPNV, um anhand von Nahverkehrsplänen ausreichende Vorgaben zur Verkehrsinfrastruktur zu machen. (LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl)

Marktanteil von ca. 80 %

Im ländlichen Raum besäße der überwiegend privat betriebene Buslinien- und Schülerverkehr mit einem Marktanteil von ca. 80 % eine einzigartige Bedeutung für die Gewährleistung der gesamten ÖPNV-Infrastruktur, führt der LBO auf. Er sei dort unverzichtbar für den Erhalt der Wirtschafts- und Schulstandorte. Über 50 % der Linienverkehre würden in Bayern eigenwirtschaftlich betrieben und garantierten den Kommunen vor Ort einen bezahlbaren und zuverlässigen Nahverkehr.

Verkehrsunternehmen, gleich ob privat, kommunal oder staatlich, müssten ein eigenes unternehmerisches Interesse an optimierter, d.h. an Kundenwünschen orientierter Fahrplangestaltung und Linienführung haben. Gleiches gelte für die Erschließung neuer und die Ausweitung und Veränderung bestehender Angebote. Nur so könnten Synergieeffekte der Verkehrsträger voll erschlossen und erhalten werden.

Der Aufbau neuer Verwaltungsapparate zur Übernahme von Aufgaben, die bisher im unternehmerischen Bereich lagen, würde dem ÖPNV wichtige Finanzmittel entziehen, ohne den Know-how-Ausfall der Unternehmen voll kompensieren zu können. Auch Verkehrsministerin Kerstin Schreyer betonte, dass das System in Bayern „gut bewährt“ sei:

Die Kommunen kennen die Bedürfnisse vor Ort und wissen daher am besten, wie sie die ÖPNV-Angebote gestalten müssen.

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