LBO: Verdi lehnt vereinbartes Tarifergebnis im Nachhinein ab

Für die rund 17.000 Arbeitnehmer des privaten Omnibusgewerbes in Bayern gibt es vorläufig keinen neuen Tarifvertrag.

Die Verhandlungen zwischen LBO und Verdi müssen im neuen Jahr wieder aufgenommen werden. (Foto. pixabay)
Die Verhandlungen zwischen LBO und Verdi müssen im neuen Jahr wieder aufgenommen werden. (Foto. pixabay)
Martina Weyh

Hart verhandelt hatten der Landesverband Bayerischer Busunternehmen (LBO) und die Gewerkschaft Verdi. Ende November war die erste Tarifrunde der beiden Parteien gescheitert. Nach der Wiederaufnahme der Gespräche am 7. Dezember konnte nach mehrstündigen Verhandlungen der beiden Delegationen eine Vereinbarung erzielt werden, die eine 3-stufige Erhöhung zum 1.3.2021, 1.1.2022 und 1.1.2023 vorsah, mit einer Laufzeit bis 31.12.2023.

Für einen Großteil der Beschäftigten hätte das neue Tarifabkommen einen Lohnzuwachs von über 10 % zuzüglich einer Corona-Prämie von 300 Euro bedeutet. Trotz der äußerst angespannten und schwierigen Situation, in der sich die bayerischen Busbetriebe nach wie vor befinden, hatten LBO-Vorstand und LBO-Tarifkommission dem Ergebnis zugestimmt.

Nun hat Verdi das vereinbarte Ergebnis im Nachhinein abgelehnt – und einem neuen Tarifvertrag die Absage erteilt. Bis auf Weiteres gilt deshalb der Lohntarifvertrag Nr. 28 fort, teilt der bayerische Branchenverband mit. Tarifkommission und Vorstand des LBO werden sich im neuen Jahr über das weitere Vorgehen beraten.

 „Wir bedauern sehr, dass dieser ausgewogene Abschluss in diesen schwierigen Zeiten nicht durchgesetzt werden konnte“, so der Vorsitzende der LBO-Tarifkommission, Nico Schoenecker.

Es sei außergewöhnlich und in der Tarifgeschichte des LBO mit Verdi ein Novum, dass ein gemeinsam erzieltes Tarifergebnis von einer Kommission dann nochmals abgelehnt werde. Die Leidtragenden dieser Gewerkschaftsentscheidung seien die über 17.000 Mitarbeiter des privaten bayerischen Omnibusgewerbes, kommentiert der LBO den Vorgang.

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