Sisi-Straße um zwei neue Stationen erweitert

Aufgenommen in die Kulturroute wurden der Budapester Burgpalast und das Jagdschloss Mayerling.

Neue Station der Sisi-Straße: Das ehemalige Jagdschloss von Kronprinz Rudolf ist heute ein Kloster und kann besichtigt werden. (Foto: E. Fürst)
Neue Station der Sisi-Straße: Das ehemalige Jagdschloss von Kronprinz Rudolf ist heute ein Kloster und kann besichtigt werden. (Foto: E. Fürst)
Claus Bünnagel

Mit dem Budapester Burgpalast und dem Jagdschloss Mayerling sind zwei Sehenswürdigkeiten in die grenzüberschreitende Kulturroute Sisi-Straße aufgenommen worden, die den Lebensweg von Kaiserin Elisabeth erlebbar macht. Beide haben Sisis Leben entscheidend geprägt.

Burgpalast: Unesco-Weltkulturerbe

Das Wahrzeichen der ungarischen Metropole diente den Herrschern jahrhundertelang als Residenz und zählt heute zu den bekanntesten und größten touristischen Attraktionen des Lands. Sisi, die 1867 zur Königin von Ungarn gekrönt wurde, hatte eine starke Verbindung zu diesem Teil ihrer Monarchie. Sie lernte die Sprache, zog sich häufig nach Ungarn zurück und genoss die Gesellschaft von ungarischen Hofdamen. Gäste, die den zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Königlichen Palast in Buda mit seiner mittelalterlichen Befestigungsmauer besuchen, tauchen dabei unmittelbar in die Vergangenheit ein. Ein eigener Sisi-Spaziergang führt zu den Lieblingsgärten der Kaiserin und zeigt alle Schauplätze des Palasts, die einen Bezug zur beliebten Herrscherin haben.

Tragödie von Mayerling

Sehr tragische Auswirkungen auf das Leben von Elisabeth hatte das Ereignis, das als Tragödie von Mayerling in die Geschichtsbücher eingegangen ist: der Tod von Kronprinz Rudolf und seiner Geliebten. In seinem Jagdschloss im idyllischen Wienerwald nahm sich der Thronfolger gemeinsam mit der 17-jährigen Mary Vetsera 1889 das Leben. Sisi trug ab diesem Zeitpunkt nur noch schwarze Kleidung, und Kaiser Franz Joseph ließ genau an der Stelle, an der die Bluttat stattfand, einen Altar errichten und das gesamte Anwesen als Kloster umbauen. Seither leben im Karmel Mayerling Nonnen, die für die beiden Verstorbenen und alle unglücklichen Menschen beten. 

Ausstellung zum Mythos

Statt den Tathergang zu vertuschen, wie es der Hof in der Anfangszeit versuchte, spürt heute eine modern gemachte Ausstellung dem Mythos Mayerling nach und beleuchtet mithilfe zahlreicher Dokumente und historischer Aufnahmen das Drama. Verschiedene Exponate spiegeln anschaulich das Leben und Sterben von Sisis Sohn wider. Ergänzt von vielen Schautafeln, die sie interpretieren und am Originalschauplatz spannenden Fragestellungen nachgehen.

Mit Buda Burg und Mayerling sind zwei weitere Facetten dazugekommen, die nochmals einen anderen Blick auf Sisi ermöglichen, deren Persönlichkeit so unglaublich vielschichtig war. (Astrid Kellner, Stellvertretende Tourismusdirektorin der Regio Augsburg Tourismus GmbH und Verantwortliche für die Sisi-Straße)

Seit 2002

Die europäische Kulturroute Sisi-Straße wurde 2002 initiiert und führt durch Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien und die Schweiz sowie nach Korfu. Die Traumstraße verbindet dabei Schlösser, Städte, Kulturstätten, Parks und Gärten, die mit der Monarchin eng verknüpft sind. Auf der Website www.sisi-strasse.info finden Interessierte und Reisende zahlreiche Informationen zu Kaiserin Elisabeth sowie den verschiedenen Stationen und erhalten viele Anregungen für eigene Entdeckungen. Reiseangebote, Hotelpartner, Veranstalter und wichtige Adressen sind übersichtlich aufgelistet und liefern Infos, um sich eine gelungene Tour auf der Sisi-Straße zusammenzustellen.

Die Sisi-Straße versteht sich als europäisches Projekt, der kulturtouristische Austausch über Grenzen hinweg ist allen Beteiligten sehr wichtig – ganz nach dem Vorbild der völkerverbindenden Globetrotterin Elisabeth.

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