Möglichkeit zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Die Stundung kann einfach per E-Mail bei der Krankenkasse beantragt werden.

Durch die Coronakrise finanziell in Schwierigkeiten geratene Unternehmen können bei der Krankenkasse einen Antrag zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen einreichen. (Foto: Pixabay/blickpixel)
Durch die Coronakrise finanziell in Schwierigkeiten geratene Unternehmen können bei der Krankenkasse einen Antrag zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen einreichen. (Foto: Pixabay/blickpixel)
Claus Bünnagel

Für Unternehmen, die finanziell wegen der Coronakrise in Schwierigkeiten geraten sind, besteht die Möglichkeit, die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen zu beantragen. Diese kann einfach per E-Mail bei der Krankenkasse beantragt werden. Daher ist empfehlenswert, den Antrag so schnell wie möglich zu stellen.

Erleichterungen beim Zugang

Für die Monate März und April gelten Erleichterungen bei dem Zugang zu Stundungen. Diese Erleichterungen sind zwar formal an restriktive Bedingungen geknüpft und kommen nur dann in Betracht, wenn vorrangig aktuell beschlossene staatliche Fördermaßnahmen genutzt wurden. Da allerdings die entsprechende Anträge auf Unterstützungsleistungen teils noch nicht gestellt werden können und Mittel häufig noch nicht geflossen sind, ist eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge zu erleichterten Bedingungen grundsätzlich möglich.

Folgende Erleichterungen gelten: 

  • Die fällig gewordenen bzw. noch fällig werdenden Beiträge können zunächst für die Ist-Monate März und April 2020 gestundet werden. Stundungen sind zunächst längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Mai 2020 zu gewähren. Dabei kommt auch eine Stundung der Beiträge bei Bezug von Kurzarbeitergeld in Betracht. In diesem Fall kann durch die Stundung der Zeitraum bis zu der tatsächlichen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge überbrückt werden. 
  • Die Sicherungsleistung fällt weg. 
  • Es werden keine Stundungszinsen berechnet. 
  • Von der Erhebung von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren wird abgesehen. 
  • Bei Arbeitgebern, die erheblich von der Krise betroffen sind, wird auf Vollstreckungsmaßnahmen für rückständige bzw. fällig werdenden Beiträge vorläufig verzichtet. 
  • Das Unternehmen muss die Stundung beantragen und glaubhaft darlegen, dass die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. 

Für den Nachweis einer erheblichen Härte soll eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers ausreichen, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen, erlitten hat. Betroffene Unternehmen müssen sich direkt an die zuständige Krankenkasse wenden, die als zuständige Einzugsstelle nach pflichtgemäßem Ermessen über den Stundungsantrag entscheidet. 

Einen Muster-Stundungsantrag finden Sie im Anhang. 

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