Corona-Update: Erfurter Weihnachtsmarkt muss dichtmachen

Nichts geht mehr in Thüringen - aufgrund des dramatischen Ansteigens der Inzidenzwerte - aktuell über 700 - hat die thüringische Landesregierung die Reißleine gezogen und die Weihnachtsmärkte im Land geschlossen.

Auch die Weihnachtsmärkte von Weimar und Eisenach mussten schließen. (Foto: Stadtverwaltung Erfurt)
Auch die Weihnachtsmärkte von Weimar und Eisenach mussten schließen. (Foto: Stadtverwaltung Erfurt)
Martina Weyh

Kaum auf, schon wieder zu: Obwohl es in Erfurt, als auch in Weimar und Eisenach strenge Zugangsbeschränkungen für die Weihnachtsmärkte gegeben hatte, sind sie seit heute (25. November) wieder geschlossen. Die thüringische Landesregierung hat angesichts der wieder dramatischen pandemischen Entwicklung die Reißleine gezogen und die Schließung der Märkte angeordnet.

Gedeckt ist die Entscheidung von der Corona-Verordnung des Landes. Die erlaubt es, bei hohen Infektionszahlen wieder strengere Regeln anzuwenden und das öffentliche Leben erneut herunterzufahren. Dazu gehört auch ein Verbot der Weihnachtsmärkte. Die meisten Thüringer Städte hatten hatten sich bereits im Vorfeld gegen Weihnachtsmärkte entschieden. Ein Teil der Thüringer Corona-Regeln wie eine Sperrstunde in der Gastronomie ist bereits seit gestern in Kraft.

Erfurt und Weimar behalten sich Klage vor

Die  betroffenen Städte Erfurt, Weimar und Eisenach fordern aufgrund der kurzfristigen Entscheidung vom Freistaat jetzt eine Entschädigung für die Händler und Schausteller. Darüber hinaus erwägen Erfurt und Weimar juristische Schritte gegen das Verbot.

„Ich bin unfassbar traurig und enttäuscht, aber wir werden die Vorgaben des Landes umsetzen, uns rechtlich allerdings widersetzen", sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein.

Bis zuletzt hatte er gehofft, dass die Abgeordneten des Thüringer Landtags das Gesundheitsministerium veranlassen würden, das Verbot von Weihnachtsmärkten aufzuheben.

 

 

Der Erfurter Weihnachtsmarkt öffnet am 23. November seine Pforten – aber nur für Besucher, die egimpft oder genesen sind. Kinder bis 6 Jahre sowie Schüler bis 18 Jahren, die nachweislich an den regelmäßigen Schultestungen teilnehmen, sind davon ausgenommen.

Das beschlossene 2G-Modell gilt für Domplatz, auf dem beispielsweise das Riesenrad und die Ökobackstube zu finden sind. Auch sogenannte „Sortimente zum Verweilen“, kulinarische Leckereien oder Glühweinstände, werden hier angeboten.

Organisation

Der eingezäunte Domplatz wird über vier Einlassstellen erreichbar sein. Zu den Stoßzeiten können Besucher durch bis zu 30 Schleusen auf den Platz gelangen. An diesen Punkten wird der 2G-Nachweis kontrolliert. Schüler aus anderen Bundesländern müssen den jeweils ihrer gültigen Landesverordnung entsprechenden Nachweis zeigen. Zusätzlich sollen für diese Personengruppe Testangebote zur Verfügung stehen.

Aufgrund der geltenden 2G-Regelung müssen Besucher auf dem Festplatz keine Masken tragen und keine Mindestabstände einhalten. Insgesamt können 10.000 Besucher gleichzeitig in den abgesperrten Weihnachtsmarkt-Bereich.

Das gilt für Busreisegruppen

Während des Erfurter Weihnachtsmarktes gibt es Sonderregelungen zur Organisation des Reisebusverkehrs. Am Domplatz (direkt am Weihnachtsmarkt) sind ausschließlich Haltestellen für Reisebusse zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste. Über ein Leitsystem werden die Busse zu den verschiedenen Parkbereichen geleitet. Dafür werden Flächen bzw. Straßen zum Busparken gesperrt, die ansonsten dafür nicht zur Verfügung stehen. Die ausgewiesene Parkfläche soll für 150 Busse gleichzeitig reichen. Das Parken ist kostenfrei.

Zur Vermeidung von langen Warteschlangen im Eingangsbereich ist angedacht, dass Busreisegruppen ein Eintrittsbändchen erhalten. Dazu müssen Busfahrer oder Reiseleiter den Sicherheitsmitarbeitern des Weihnachtsmarktes bei der Ankunft schriftlich bestätigen, dass die Reisegruppe aus geimpften oder genesenen Personen besteht. Im Gegenzug werden die Eintrittsbändchen ausgehändigt, die ohne weitere Kontrolle zum Betreten des Erfurter Weihnachtsmarktes berechtigen.

Entsprechende Vordrucke werden durch die Sicherheitsmitarbeiter bereitgestellt und vor Ort ausgehändigt.

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