DZT und 30 Jahre Deutsche Einheit

Wiedervereinigung als Schlüssel für eine Erfolgsgeschichte – Zäsur durch die Coronapandemie.

Die DZT feiert 30 Jahre Einheit und sieht Deutschlands Incoming trotz Coronakrise gut aufgestellt für die Zukunft (im Bild: Feuerwerk bei der ExtraSchicht in Dinslaken). (Foto: Christian Nielinger)
Die DZT feiert 30 Jahre Einheit und sieht Deutschlands Incoming trotz Coronakrise gut aufgestellt für die Zukunft (im Bild: Feuerwerk bei der ExtraSchicht in Dinslaken). (Foto: Christian Nielinger)
Claus Bünnagel

Am 3. Oktober 2020 feiert ganz Deutschland den 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. Die friedliche Revolution in der DDR, der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 und die Öffnung der innerdeutschen Grenzen mündeten schließlich in der Deutschen Einheit. Damit war auch die Möglichkeit geschaffen, um die touristischen Attraktionen aller 16 Bundesländer gemeinsam zu vermarkten. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) zieht aus Anlass des Jubiläums eine Bilanz der internationalen Performance des Reiselands Deutschland. 

1990 bis 2019: Incoming steigt um das 2,6-fache

Nach der Wiedervereinigung wurden in der alten Bundesrepublik 31,3 Mio. internationale Übernachtungen gezählt, in der ehemaligen DDR inklusive Berlin 3,4 Mio. Bis 2019 stieg das gesamtdeutsche Incoming um das 2,6-fache auf 89,9 Mio. 

„Der Erfolg der Wiedervereinigung spiegelt sich besonders im überproportionalen Wachstum der neuen Bundesländer einschließlich Berlin wider. Dort stieg die Zahl der Ausländerübernachtungen in den letzten drei Jahrzehnten um das 6,2-fache auf 21,1 Millionen. Zugleich hat sich der Anteil der neuen Bundesländer am gesamten deutschen Incoming von etwa zehn Prozent Anfang der 90er Jahre auf jetzt 23 Prozent mehr als verdoppelt. Zu Besuchermagneten entwickelten sich vor allem aufwändig restaurierte historische Städte, wie beispielsweise die sächsische Landeshauptstadt Dresden, die im letzten Jahr 960.000 Auslandsübernachtungen verzeichnete.“ (DZT-Vorstandsvorsitzende Petra Hedorfer) 

Zäsur durch Coronapandemie

Allerdings bedeutet die Coronapandemie im Jubiläumsjahr 2020 eine tiefe Zäsur in der Erfolgsgeschichte des deutschen Incomingtourismus. Im laufenden Jahr 2020 werden laut Analysen von Tourism Economics die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um mindestens 51,1 % auf 44,1 Mio. sinken. Das entspricht in etwa dem Stand des Jahrs 2004. 

„Nach den Recovery-Szenarien von Tourism Economics können wir bis 2023 im Incoming wieder an die Zahlen des Jahres 2019 anknüpfen. Mit unserem starken touristischen Angebot in allen 16 Bundesländern und der ausgezeichneten Positionierung als Reiseland im internationalen Wettbewerb sind wir zuversichtlich, diese Herausforderung zu meistern und gestärkt aus der Krise herauszukommen.“ (Hedorfer)

Positionierung im Wettbewerb 

Das Recovery-Programm der DZT basiert darauf, die Stärken des Reiselands Deutschland prononciert zu kommunizieren und mit den aktuellen Kundenbedürfnissen zu verknüpfen. Nach Auswertungen des World Travel Monitor von IPK International für das Jahr 2019 ist Deutschland das Kultur- und Städtereiseziel Nr. 1 der Europäer. Als Ziel internationaler Luxusreisen nach Europa, als Naturreiseziel bei den weltweiten Reisen der Europäer sowie als Reiseziel von jungen Europäern belegt es Platz 2. Im Geschäftsreisesegment ist Deutschland Messeziel Nr. 1 weltweit und führendes Tagungs- und Kongressziel in Europa. 

Mit Blick auf das veränderte Reiseverhalten vieler Verbraucher weltweit stellt die DZT nach umfangreichen Kunden- und Marktanalysen aktuell die Kampagnen „#WanderlustGermany“, „FeelGood“ und „German Summer Cities reloaded“ in den Fokus ihrer Marketingaktivitäten, um Deutschland auch in Krisenzeiten als sicheres und nachhaltiges Reiseziel zu positionieren.

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