Intis: Kabelloses Laden mit 22 kW

Im Rahmen des Kölner Projekts Talako werden sechs LEVC-Taxifahrzeuge und sechs Ladestationen geliefert.

Die 22-kW-Taxi-Ladespur wird künftig in Köln getestet. (Foto: Intis)
Die 22-kW-Taxi-Ladespur wird künftig in Köln getestet. (Foto: Intis)
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Claus Bünnagel

Für das berührungslose Laden von Elektrofahrzeugen im Leistungsbereich bis 22 kW wird Intis im Rahmen des Projekts Talako sechs LEVC-Taxifahrzeuge und sechs Ladestationen für die Kölner Innenstadt liefern. Die straßenseitigen Ladepads der Taxi-Ladespur werden den Belastungen durch Überfahrt mit bis zu 40 t schweren Lkw widerstehen können. Erste grundlegende Erfahrungen konnten bereits gesammelt werden, da sich ein Prototyp seit Mitte 2020 in der Erprobung befindet.

Internationale Standardisierung anvisiert

Ob es die gewählte Technik schaffen wird, in die internationale Standardisierung des berührungslosen Ladens für stationäre Ladeanwendungen aufgenommen zu werden, wird sich noch zeigen. Zunächst wird Intis Ergebnisse aus dem Talako-Projekt sammeln und im Anschluss entscheiden, ob den Standardisierungsgremien bei IEC und ISO ein entsprechender Technologievorschlag unterbreitet werden kann. 

Wir sind in der guten Situation, die Messlatte für diese Entscheidung im eigenen Unternehmen anlegen zu können. (Intis-Geschäftsführer Dr. Ralf Effenberger) 

Hintergrund dieser Situation ist eine parallele Entwicklung, die Intis im vergangenen Jahr im Rahmen des Projekts Lisa4CL gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU-Braunschweig durchgeführt hat. 

Auch diesen Lösungsansatz mit einer berührungslosen Leistungsübertragung von bis zu 22 kW werden wir im Rahmen eines Feldversuchs gemeinsam mit einem Logistiker in Berlin erproben können. (Effenberger) 

Der Vergleich der Ergebnisse aus dem Talako- und dem Lisa4CL-Projekt wird letztlich ausschlaggebend dafür sein, welchen Technologievorschlag Intis in die Standardisierung einbringen wird.

Induktives Laden bis 100 kW in Entwicklung

Intis beobachtet sehr genau die internationalen technologischen Entwicklungen im Bereich des berührungslosen Ladens von Elektrofahrzeugen. Ladeleistungen bis 50 kW für leichte Kraftfahrzeuge und bis hin zu mehreren 100 kW für Busse und Lkw sind bereits in der Entwicklung und werden längst in den Standardisierungsgremien behandelt. Intis ist zuversichtlich, auch in diesen Bereichen eigene Lösungen anbieten zu können.

Über die Intis Integrated Infrastructure Solutions GmbH

Intis Integrated Infrastructure Solutions GmbH wurde 2011 gegründet, der Unternehmenssitz ist Hamburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der IABG mbH. Intis ist auf die Entwicklung und den Vertrieb integrierter Lösungen für die Energieversorgung von Elektrofahrzeugen in Kombination mit regenerativen Quellen und Speichertechnik spezialisiert. Einer der Schwerpunkte liegt bei berührungslosen, induktiven Energieübertragungssystemen (Ladegeräte) für Straßenfahrzeuge, autonome Shuttles, Fahrzeuge der Mikromobilität (E-Bikes, Lastenräder, E-Scooter), für den Industriebereich und für maritime Anwendungen.

Für Entwicklungsarbeiten, prototypische Realisierungen, experimentelle Validierungen/Tests, die Produktüberführung und -zulassung sowie für Beiträge zur Standardisierung induktiver Energieübertragungssysteme stehen den Experten der Intis eine Vielzahl eigener Simulationstools, Testanlagen und Werkstätten am Standort der ehemaligen Transrapid Versuchsanlage Emsland (TVE) im emsländischen Lathen zur Verfügung. Zudem hat Intis Zugang zur Entwicklungskompetenz und zu den Testeinrichtungen ihrer Muttergesellschaft (IABG mbH).