Tourismusplan für Frankreich

Das Hilfspaket wurde nun von der Regierung vorgestellt.

Frankreich hat die touristische Sommersaison längst noch nicht abgeschrieben. (Foto: Bünnagel)
Frankreich hat die touristische Sommersaison längst noch nicht abgeschrieben. (Foto: Bünnagel)
Claus Bünnagel

Anlässlich des 5. interministeriellen Tourismusausschusses versammelte der französische Premierminister Philippe am 14. Mai verschiedene Branchenvertretern um sich und verkündete einen milliardenschweren „Tourismusplan“ mit konkreten Maßnahmen zur Unterstützung der von der Coronakrise gebeutelten Branche. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Branchenvertretern präsentierte er nun ein außerordentliches Hilfspaket mit drei Schwerpunkten:

  • Gesundheits- und Hygienemaßnahmen, Information und Sicherung der Gäste
  • Eine finanzielle Unterstützung über insgesamt 18 Mrd. Euro für die heimische Tourismusindustrie, inklusive eines Investitionsprogramms von 1,3 Mrd. Euro.
  • Die Erarbeitung eines Vertrags zum Neustart und der Weiterentwicklung des Tourismus, um sich langfristig den neuen Herausforderungen in Punkto Konkurrenzfähigkeit, Beschäftigung, Weiterbildung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit der Branche zu stellen.

Obgleich der Tourismus eines der Aushängeschilder der französischen Wirtschaft darstellt, steht dieser nun vor der schlimmsten Prüfung in der modernen Geschichte. Seine Rettung hat nationale Priorität. (Premierminister Edouard Philippe)

Atout France eingebunden

Auch Atout France wird aktiv in die Umsetzung dieser Maßnahmen eingebunden, u.a. durch die Teilnahme an der Einführung und der nationalen Info-Kampagne rund um ein neues, gemeinsames Kennzeichen für die Verbreitung von Hygieneleitfäden für die Tourismusindustrie. Ab diesem Monat wird unter der Federführung von Atout France die Werbekampagne „Cet été je pars en France“ (Diesen Sommer fahr ich nach Frankreich) für den Neustart der Branche und der Bewerbung von Inlandsreisen in enger Abstimmung mit den Regionen und lokalen Tourismusbehörden lanciert. Mit der stufenweisen Wiedereröffnung der Grenzen soll diese Kampagne anschließend auch auf die Grenzländer und den Schengen-Raum ausgeweitet werden.

Reisebeschränkungen bis 15. Juni

Auf Empfehlung der EU-Kommission sollen die Reisebeschränkungen im Schengen-Raum bis 15. Juni fortgeführt werden. An oberster Stelle stehe aber immer die gesundheitliche Sicherheit der Bevölkerung und der Gäste, betont Caroline Leboucher, Generaldirektorin von Atout France.

Noch geben wir diese Saison aber nicht verloren, auch nicht für europäische Urlauber. Wir wollen gemeinsam mit unseren Freunden aus Deutschland anstoßen. (Caroline Leboucher)

Nach ersten Lockerungen am 11. Mai, sollen nun auch die Gastronomiebetriebe bald wieder öffnen dürfen. Ein genaueres Datum dazu wird in der letzten Maiwoche bekanntgegeben. Im Juli und August wird für Franzosen zumindest ein Urlaub in Frankreich inkl. der Überseegebiete möglich sein. Hotels und Veranstalter verpflichten sich hierbei zur vollständigen Rückerstattung bei Stornierungen aufgrund des Coronavirus. Ein Paket zur Förderung des Sozialtourismus, so dass alle verreisen können, soll in den kommenden Wochen ebenfalls vorgestellt werden.

6,2 Mrd. Euro an Überbrückungskrediten

Seit Mitte März steht die gesamte Branche still. 6,2 Mrd. Euro an Überbrückungskrediten mit Staatshaftung kamen bis dato 62.000 Unternehmen zugute. Mit rund 90 Mio. ausländischer Touristen 2019 ist Frankreich das beliebteste Reiseland weltweit vor Spanien und den Vereinigten Staaten. Der Tourismus stellt rund 7,2 % des Bruttoinlandsprodukts und über 2 Mio. an direkten und indirekten Arbeitsplätzen für das Land dar.

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