gbk warnt: Busreisen im Ländle nicht wirtschaftlich

Der Branchenverband sieht die Beschränkungen in Baden-Württemberg kritisch.

Der gbk-Vorsitzende Hermann Meyering fordert vom baden-württembergischen Sozialminister Mafred Lucha die Aufhebung der Fahrgastbegrenzung in Reisebussen. (Foto: gbk)
Der gbk-Vorsitzende Hermann Meyering fordert vom baden-württembergischen Sozialminister Mafred Lucha die Aufhebung der Fahrgastbegrenzung in Reisebussen. (Foto: gbk)
Martina Weyh

Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) hat eindringlich die mangelnde Wirtschaftlichkeit bei Busreisen beklagt, wenn die Fahrzeuge nur zur Hälfte besetzt werden dürfen. Dann müssten „Unternehmer drauflegen“ und die Bustouristik sei anderen Verkehrsmitteln gegenüber benachteiligt, mahnt der Branchenverband und fordert die Aufhebung dieser Begrenzung.

Busse, die von der gbk mit Sternen klassifiziert werden, zeichnen sich durch komfortable Sitzabstände aus und sind deshalb schon aufgrund ihrer Bauart mit weniger Gästen unterwegs. Dass gerade bei diesen Qualitätsfahrzeugen eine Auslastungsbegrenzung von 50 Prozent wirtschaftliche Busreisen unmöglich macht, erläutert die gbk in einem Schreiben an den baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha u.a. am Beispiel eines Fünf-Sterne-Busses mit dem Zusatzprädikat „Superior“: Weil diese Busse nur mit drei Sitzen pro Reihe bestückt sind, dürfen sie nach geltenden Corona-Recht lediglich mit 13 Gästen besetzt werden.

Zudem weist der Branchenverband darauf hin, dass andere Bundesländer den Neustart des Busreiseverkehrs nicht von einer Limitierung der Fahrgastzahlen abhängig machen. Dass diese Begrenzungen nicht für baugleiche Fernlinienbusse gelten, hält die gbk für eine „enorme Wettbewerbsverzerrung“ zu Lasten überwiegend familiengeführter Traditionsbetriebe, die aufgrund pandemiebedingter Busreiseverbote mit verheerenden Umsatzausfällen belastet sind. 

Darüber hinaus kritisiert die gbk auch, dass Start und Ziel von Busreisen in Stadt- oder Landkreisen liegen müssen, in denen die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 100 liegt.

„Damit steigt das Risiko, gebuchte Reisen kurz vor Beginn stornieren zu müssen, wenn die Inzidenzen plötzlich wieder steigen“, gibt der gbk-Vorsitzende Hermann Meyering in seinem Brief an den Minister zu bedenken.

Auf den Kosten für die tagelange Vorbereitung dieser Reise bleibe der Unternehmer sitzen, befürchtet Meyering.

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