Fahrermangel: gbk fordert von der Politik entschiedene Maßnahmen

In der Bustouristik gibt es einen eklatanten Mangel an Bus-Chauffeuren – deshalb mahnt der Branchenverband eindringlich den Abbau bürokratischer Barrieren sowie eine stärkere finanzielle Förderung bei der Aus- und Weiterbildung zum Busfahrer an.

Die gbk fordert den Abbau bürokratischer und finanzieller Barrieren, die jungen Menschen und Migranten den Zugang zum Beruf des Busfahrers versperren. (Foto: pixabay)
Die gbk fordert den Abbau bürokratischer und finanzieller Barrieren, die jungen Menschen und Migranten den Zugang zum Beruf des Busfahrers versperren. (Foto: pixabay)
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Martina Weyh

Es fehlt massiv an Fahrernachwuchs mahnt die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk), der bundesweit rund 450 Busreiseunternehmen angehören. Auch in Deutschland könnten bald englische Verhältnisse herrschen – laut einer vom gbk zitierten Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Transport Intelligence mangelt es in Europa an rund 400.000 Berufskraftfahrern. Der Weltdachverband der Straßentransportwirtschaft IRU prognostiziert, dass bis 2027 in der Bundesrepublik 185.000 Fahrer fehlen werden.

Alarmierende Zahlen, denn bereits vor Corona hatte die Bustouristik ein akutes Personalproblem, das aus der demographischen Entwicklung und dem altersbedingten Ausscheiden einer steigenden Zahl an Mitarbeitern aus dem Berufsleben resultiert. Diese Situation habe sich in der Pandemie, in der viele Chauffeure den Fahrerplatz im Reisebus gegen das Lenkrad im Lkw eingetauscht hätten, dramatisch verschärft, so der gbk.

Deshalb fordert der Verband nachdrücklich den Abbau bürokratischer und finanzieller Barrieren, die jungen Menschen und Migranten den Zugang zum Beruf des Busfahrers versperren.

„Dass qualifizierte Fahrer erst ab einem Alter von 24 Jahren im grenzüberschreitenden Reiseverkehr unterwegs sein dürfen, macht ein spannendes Aufgabengebiet für Schulabgänger unattraktiv“, kritisiert der gbk-Vorsitzende Hermann Meyering.

Darüber hinaus schlägt Meyering vor, mit staatlich geförderten Sprachkursen ausländischen Bewerbern der Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Wer Busfahrer werden wolle, müsse neben einer umfassenden Grundqualifikation auch die Teilnahme an permanenten Weiterbildungen nachweisen. Diese anspruchsvolle Qualifikation garantiere zwar einen hohen Sicherheitsstandard im Bus, mache die Ausbildung aber auch teuer. Die Kosten für den Busführerschein liegen in Deutschland zwischen 8.000 und 10.000 Euro.

„Dieser hohe finanzielle Aufwand kann weder von den Berufseinsteigern noch von den Betrieben, die wegen der Corona-Krise massive Einkommensverluste verkraften müssen, gestemmt werden“, stellt Meyering fest. „Deshalb muss die Ausbildung aus öffentlichen Töpfen finanziert werden – ähnlich wie beim Bafög für Studenten.“

Reisebusse, die im Schnitt 22 Pkw ersetzen, sind sparsam im Energieverbrauch und belasten die Atmosphäre nur mit geringen Mengen an Treibhausgas.

„Doch Busse, die auf dem Betriebshof stehen bleiben, können keinen Beitrag zu einer ökologischen Verkehrswende leisten“, betont Hermann Meyering.

Für den gbk-Vorsitzenden ist klar – wenn die Politik ihre ambitionierten Klimaziele ernst nehme, dürfe sie die Busbranche nicht mit ihrem Personalproblem alleine lassen.