BUGA Erfurt: Besondere Pflanzungen an der Festung Petersberg

Die barocke Festung Petersberg wird Schauplatz der „Erfurter Gartenschätze“.

Noch gibt es viel zu tun vor dem BUGA-Start – Verschiedene Blumengruppen sollen vielfältige florale Akzente setzen und die Ausstellungsbereiche Arznei- und Gewürzpflanzen, Gemüse, Färbe- und Faserpflanzen auf der Festung Petersberg voneinander abgrenzen. (BUGA Erfurt)
Noch gibt es viel zu tun vor dem BUGA-Start – Verschiedene Blumengruppen sollen vielfältige florale Akzente setzen und die Ausstellungsbereiche Arznei- und Gewürzpflanzen, Gemüse, Färbe- und Faserpflanzen auf der Festung Petersberg voneinander abgrenzen. (BUGA Erfurt)
Martina Weyh

Einzigartige Pflanzenauswahl und Sortenvielfalt „made in Erfurt“ – sollen die Besucher der Erfurter Bundesgartenschau im kommenden Jahr begeistern. Zur Aussaat kommen ausgewählte Faserpflanzen, Kräuter, Heil- und Duftpflanzen sowie Erfurter Gemüsesorten wie der Blumenkohl „Erfurter Zwerg“, die Buschbohne „Ruhm von Erfurt“, der Kopfsalat „Brauner Trotzkopf“, die Puffbohne „Beste Erfurter Volltragende“ oder der Weißkohl „Juniriesen“.

Regionalität im Fokus

„Die Pflanzlisten sind in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsbetrieben des Landesverbandes Gartenbau entstanden. Es wurden Saatgut und Pflanzen ausgewählt, die regional verfügbar sind. Dabei lag das Augenmerk auf historische Sorten mit Erfurt-Bezug. Aber auch Lebensraum, Farbkombination, Habitus, Blüh- und Fruchtfolge spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle“, so Bettina Franke, verantwortlich für die Ausstellungsplanung der BUGA Erfurt 2021.

Alle Pflanzen kommen aus Gärtnereien der thüringischen Landeshauptstadt und werden vom Erfurter Gartenbauunternehmen Palinske ins Beet gesetzt. Auch für die Bewässerung der „Erfurter Gartenschätze“ zeichnet der Gartenbaubetrieb verantwortlich – ein modernes Beregnungssystem sorgt für die bedarfsgerechte Bewässerung der unterschiedlichen Pflanzen.

Darauf können sich Besucher ab April 2021 freuen

Orientiert an den über die Jahrhunderte bekannten Blumenfeldern, die Erfurt als Blumenstadt bekannt gemacht haben, reihen sich bunte Pflanzstreifen aneinander. Getrennt durch auffällige Blumengruppen ist die Fläche in die Ausstellungsbereiche Arznei- und Gewürzpflanzen, Gemüse, Färbe- und Faserpflanzen aufgeteilt. Hier finden Besucher Kamille, Pfefferminze, Melisse, Johanniskraut, Spitzwegerich, Baldrian und Kapuzinerkresse. Auf 40 kleinen Parzellen wachsen wichtige Arzneipflanzen Europas, geordnet nach medizinischen Einsatzbereichen wie z.B. Herz, Niere, Haut, Magen, Leber, Hals, Rachen und Lunge. Die Vielfalt der Pflanzennutzung können Besucher u. a. auf einem Rundgang entlang der Kräuterbeete kennenlernen.

Mehr als 3.500 Setzlinge in sieben verschiedenen Sorten werden zur Ausgestaltung dieses Areals verwendet. Beinwell, Herzgespann, Benediktenkraut, Guter Heinrich oder Schwarzkümmel gehören zu den ausgewählten historischen Sorten und schaffen einen engen Bezug zur Klosterzeit auf dem Petersberg – aber auch Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) finden hier ihren Platz.

Ein Ausstellungspavillon zu Arznei- und Gewürzpflanzen vervollständigt den Bereich, der vom Thüringer Interessenverband für Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen (TIHDG) gestaltet wird und mit zahlreichen Informationen zu Arznei- und Gewürzpflanzen aufwartet. Teeverkostungen und ein Sitzbereich sollen die Besucher zum Verweilen einladen.

Der große Gemüsebereich als Sinnbild der großen regionalen Gartenbautradition stellt historische Erfurter Gemüsesorten in einen Kontext mit modernen Züchtungen. Vom Setzling bis hin zur Blüte sollen die Besucher Nutzpflanzen auf eine „neue Art und Weise erleben“, so das Ausstellungskonzept.

Im „Gärtnertreff“ unter Federführung des Landesverbands Gartenbau Thüringen sind zudem tägliche Vorträge, Aktionen, Rundgänge und Gespräche geplant, bei denen Gärtner ehrenamtlich den Besuchern Rede und Antwort stehen.

Arbeiten schreiten zügig voran

Ende September hat Gartenbau Palinske mit der Aussaat des Färberwaides begonnen, einer Pflanze, die historisch eng mit dem Wohlstand der thüringischen Landeshauptstadt verknüpft ist. Ebenfalls dort angesiedelt werden aber auch Faserpflanzen wie der Hanf oder die Faserbrennnessel.  Mehr als 6.000 Pflanzen – aus 15 historischen und neuen Sorten – machen im Festungsgraben die Vielfalt und Ästhetik der Färber- und Faserpflanzen augenscheinlich. Rosenpflanzungen und ein Streuobstbereich mit Outdoor-Küche runden den Ausstellungsbereich ab.

Besonderer Spass für Jung und Alt – Lange Rutschen bringen die Besucher in rasantem Tempo von der Festung Petersberg hinab.

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