Kundengeldabsicherung: bdo schickt Brief an Bundesregierung

Der Gesetzesentwurf zur Kundengeldabsicherung bei Pauschalreisen wird nach Ansicht des Busverbands weder der Rolle des Mittelstands noch den Gegebenheiten in der Bustouristik gerecht.

Würde der vorgelegte Gesetzesentwurf zur Kundengeldabsicherung so umgesetzt, kämen gerade auf die Mittelständler zusätzliche Ausgaben und erhebliche Risiken zu, während für große Reiseveranstalter in den Genuss von Sonderregelungen kämen. (Foto: Pixabay/geralt)
Würde der vorgelegte Gesetzesentwurf zur Kundengeldabsicherung so umgesetzt, kämen gerade auf die Mittelständler zusätzliche Ausgaben und erhebliche Risiken zu, während für große Reiseveranstalter in den Genuss von Sonderregelungen kämen. (Foto: Pixabay/geralt)
Claus Bünnagel

Der bdo hat sich bezüglich des Gesetzesentwurfes zur Kundengeldabsicherung bei Pauschalreisen an den Tourismusbeauftragten der Bundesregierung gewandt. Das Schreiben an Thomas Bareiß vom 3.2.2021 finden Sie im Anhang.

Hintergrund

Mit einer nur zweitägigen Frist zur Stellungnahme hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) einen Gesetzesentwurf zur Kundengeldabsicherung bei Pauschalreisen vorgelegt. Dieser wird weder der Rolle des Mittelstands noch den Gegebenheiten in der Bustouristik gerecht. Gerade auf die Mittelständler kämen zusätzliche Ausgaben und erhebliche Risiken zu, während für große Reiseveranstalter Sonderregelungen angedacht sind. Keine ausreichende Berücksichtigung findet im BMJV-Entwurf, dass bei Busreisen im Hinblick auf die Rückführung der Fahrgäste kein Risiko besteht. Auch im Insolvenzfall kehren Busse von touristischen Reisen mit den Passagieren immer nach Deutschland zurück. 

Derartige Faktoren müssten sich auch in den Kosten für die Fondsbeteiligung der Unternehmen der Bustouristik spiegeln. Mit dem vorgelegten Gesetzentwurf droht aktuell, dass ausgerechnet mittelständische Unternehmen für die früheren Versäumnisse und heutigen Risiken der großen Reisekonzerne einstehen müssen. Der bdo und die Landesverbände fordern daher deutliche Änderungen, die u.a. die geringeren Risiken bei Busreisen berücksichtigen. Andernfalls wird den Busunternehmen keine realistische Chance gelassen, in Zukunft noch Busreisen in diesem Marktumfeld anbieten zu können.