Cyberkriminalität und Betrugsmaschen im Zuge der Coronakrise

Hier eine Übersicht über mögliche Gefährdungen.

Die Betrugsversuche im Zuge der Coronakrise sind gerade im Onlinebereich vielfältig. (Foto: Pixabay/kalhh)
Die Betrugsversuche im Zuge der Coronakrise sind gerade im Onlinebereich vielfältig. (Foto: Pixabay/kalhh)
Claus Bünnagel

Die allgemeine Verunsicherung und den erhöhten Informationsbedarf der Bevölkerung durch das Coronavirus nutzen auch Betrüger und Cyberkriminelle aus. Auch die gestiegene Tätigkeit im Homeoffice, das zum Teil unter hohem Zeitdruck eingerichtet werden musste, bietet Angriffsflächen. Gewarnt wird vor folgenden Betrugsmaschen und Cyberattacken: 

Phishing-Mails 

Wer E-Mails von seiner Bank, der WHO, dem Gesundheitsamt oder sonstigen Organisationen bekommt, sollte genau prüfen, wer der tatsächliche Absender ist. Geringe Abweichungen in der Absenderadresse sind ein sicherer Hinweis darauf, dass es sich um eine Betrugsmail handelt. Diese E-Mails sollten nicht geöffnet werden. Ebenso sollte nicht auf darin versandte Links oder Anhänge geklickt werden. Auch E-Mails mit Rabattversprechen oder kostenlosen Streamingangeboten sollten mit Vorsicht behandelt werden. Eine Liste mit potentiellen Cyberbedrohungen im Windschatten der Coronakrise findet sich auf der Webseite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Service/Aktuell/Informationen/Artikel/corona-falschmeldungen.html.

Gefälschte Hilfewebseiten 

Bundes- und Landesregierung unterstützen Unternehmen finanziell, wenn sie durch die Coronakrise in einen Liquiditätsengpass geraten sind. In Nordrhein-Westfalen gab es bereits einen Fall von Fördermittelbetrug, so dass das Wirtschaftsministerium des Lands sich gezwungen sah, die Zahlungen der Corona-Soforthilfe vorerst zu stoppen. Betrüger hatten gefälschte Webseiten aufgesetzt, die dem offiziellen Formular des Wirtschaftsministeriums exakt nachgebaut waren. Ziel war es wohl, Unternehmensdaten abzugreifen, um dann an Stelle der Firmen finanzielle Unterstützung zu beantragen. 

Fake-Shops bieten Schutzmaterial an 

Schutzmaterial ist überall knapp und Pandemieprodukte werden im Internet zu überhöhten Preisen angeboten. Darüber hinaus gibt es Fälle, in denen Shopbetreiber gar kein Material zu verkaufen hatten und trotzdem auf Kundenfang gegangen sind. Betrüger bereichern sich über gefälschte Onlineshops an Kunden, die per Vorkasse zahlen oder andere Zahlungsinformationen hinterlegen. 

Betrugsmaschen an der Haustüre 

Die bayerische Polizei berichtet, dass vermeintliche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Schutzanzügen Einlass in Wohnungen verlangten, um einen Coronatest durchzuführen und die Räumlichkeiten zu desinfizieren. Vorab hatten sie sich telefonisch angekündigt. Auch der Enkeltrick kommt in abgeänderter Form zum Einsatz. Kriminelle geben an, ein Verwandter zu sein, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat und dringend Geld für eine Behandlung braucht. Weitere Betrugsmaschen beschreibt die bayerische Polizei auf ihrer Webseite unter https://www.polizei.bayern.de/lka/news/presse/aktuell/index.html/311658.

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