Deutsche Post verkauft Fernbusgeschäft: Postbus wird zu Flixbus

Ab 1. November werden Postbus-Linien in das Flixbus-Netz überführt.
Anja Kiewitt

Die Deutsche Post AG, Bonn, zieht sich aus dem Fernbusmarkt zurück und verkauft ihr entsprechendes Geschäft an die FlixMobility GmbH, die unter der Marke Flixbus ihre Beförderungsleistungen anbietet. Das teilt der Bonner Logistikkonzern mit. Demnach soll die FlixMobility GmbH insbesondere Linien- und Haltestellengenehmigungen, IT-Lizenzen und Kooperationsverträge übernehmen. Zugleich hätten die beiden Anbieter eine Marketing- und Vertriebskooperation unterzeichnet. Zum Kaufpreis haben beide Unternehmen Vertraulichkeit vereinbart.

Erwartungen an die Wirtschaftlichkeit nicht erfüllt

Das Tochterunternehmen Deutsche Post Mobility GmbH soll aber weiterhin Teil der Deutsche Post DHL Group bleiben, sich zukünftig aber noch stärker auf das Geschäftsfeld "Post Reisen" (busplaner berichtete) fokussieren. Zu den Gründen für den Verkauf sagt Joachim Wessels, Geschäftsführer der Deutsche Post Mobility GmbH: „Nach unserem Eintritt in den liberalisierten Fernbusmarkt im Oktober 2013 haben wir es geschafft, innerhalb kurzer Zeit mit dem Postbus anerkannter Qualitätsführer in einem stark wachsenden Markt zu werden. Allerdings haben sich unsere Erwartungen an die Wirtschaftlichkeit dieser Dienstleistung nicht ausreichend erfüllt.“

Im Rahmen der vereinbarten Marketing- und Vertriebskooperation sollen zukünftig unter anderem bundesweit mehr als 5.000 der Post-Partnerfilialen Gutscheine für Flixbus-Tickets zu besonderen Konditionen anbieten. Die starke Online-Präsenz von Flixbus soll im Gegenzug zur gezielten Bewerbung ausgewählter Postprodukte genutzt werden.

Stichtag 1. November 2016

Bis zum 31. Oktober 2016 können Postbus-Kunden alle Verbindungen wie gewohnt über die Buchungsplattform und alle übrigen Kanäle buchen. Danach werden die Linien in das Flixbus-Netz überführt. Für Buchungen ab dem 1. November werden die Kunden automatisch in das Buchungssystem von Flixbus weitergeleitet. Eine Ausnahme sind die Zubringerlinien zum Münchner Flughafen, die in Kooperation mit der Lufthansa noch bis zum 14. Dezember 2016 für die deutschen Destinationen und bis zum 11. Februar 2017 für Fahrten von und nach Innsbruck und Salzburg durch den Postbus bedient werden. Danach werden auch diese Verbindungen in das Flixbus-Netz überführt.

Kooperation auch in der Logistik?

Laut einem Artikel im "Handelsblatt" wollen Flixbus und Post auch in der Logistik zusammenarbeiten. Wie busplaner berichtete, testet das Bonner Unternehmen derzeit einen Express-Kurierservice zwischen Hamburg und Berlin, bei dem DHL-Pakete taggleich mit dem Fernbus versendet werden.

Konsolidierung im Fernbusmarkt

Für Flixbus ist es bereits die zweite große Übernahme in diesem Jahr. Zuletzt hatte der deutsche Marktführer das Geschäft des schottischen Fernbusanbieters Megabus auf dem europäischen Festland übernommen (busplaner berichtete). Wie busplaner ebenfalls berichtete, waren Anfang 2015 Meinfernbus und Flixbus fusioniert.

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