Leistner Reisen in Zwickau feierte 80-jähriges Bestehen

Der sächsische Vorzeigebetrieb setzt neuerdings auch auf Radreisen
Redaktion (allg.)
Die Leistner Reisen GmbH in Zwickau feiert in diesen Tagen ein rundes Jubiläum. Am 14. September 1929 wurde das Busunternehmen von Arno Leistner und seinem Sohn Johannes mit dem Kauf eines Omnibusses vom Typ Chevrolet gegründet. Rainer Dietrich, Bürgermeister für Wirtschaft und Bauen in Zwickau, ließ es sich nicht nehmen, die renommierte Firma an diesem Tag zu besuchen und den heutigen Geschäftsführern Barbara Hendel, Thomas Zergiebel und Matthias Zergiebel zum 80-jährigen Bestehen des Unternehmens zu gratulieren. Der Urgroßvater der heutigen Inhaber des Familienbetriebes hatte in den zwanziger Jahren bereits ein Fuhrgeschäft mit Kohlehandel sowie einen kleinen Lebensmittelladen. Da die Nachfrage nach Ausflügen groß war, übernahm Sohn Johannes 1929 den Busbereich als eigenständige Firma und baute ihn kontinuierlich aus. Als Ausflugsziele beliebt waren in den dreißiger Jahren vor allem Bad Steben, Bayreuth, Nürnberg, Dresden, Leipzig und Karlsbad – Orte, die sich noch immer der Gunst der (Bus-) Touristen erfreuen. Auch Fußballspieler wie die Mannschaft des Planitzer Fußballclubs ließen sich von Leistner Reisen zu ihren Auswärtsspielen kutschieren. Wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs konnte das Unternehmen wieder die ersten Einnahmen verzeichnen – Vereine wie die Kaninchenzüchter und der Fußballclub machten kleine Ausflüge, zudem bediente Leistner mit zwei reparierten Bussen verschiedene Linien im Auftrag der Kraftverkehr und fuhr Bergarbeiter zu ihren Schichten in die Werke. „Dem Ideenreichtum und der Eigeninitiative eines privaten Unternehmers waren in der DDR in vieler Hinsicht Riegel vorgeschoben“, erläutert Matthias Zergiebel, Geschäftsführer und Urenkel des Gründers Arno Leistner, die Schwierigkeiten, mit denen sein Großvater in den Jahrzehnten nach dem Krieg zu kämpfen hatte. Ausflugsfahrten waren nur im Umkreis von 50 Kilometern gestattet und eine Erneuerung des Fuhrparks nahezu ausgeschlossen. Nur durch Zufall gelang es Johannes Leistner, 1968 einen schrottreifen H6-Bus und später ein gebrauchtes Ikarus-Fahrzeug zu kaufen und sie in der eigenen Werkstatt wieder verkehrstüchtig zu machen. Fünf Jahre dauerte dann das bürokratische Verfahren, bis Sohn Dieter Leistner die Firma 1975 übernehmen durfte. Heute hat die Leistner Reisen GmbH 20 Mitarbeiter und eine Flotte von sieben Vier- und Fünf-Sterne-Reisebussen. Neu auf den Markt eingeführt wurden 2008 die Leistner-Radreisen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.
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