Hohes Durchschnittsalter bei Bus- und Straßenbahnfahrern

(dpa) Der Personalmangel grassiert in allen Branchen. Vor allem Fahrer im Nahverkehr werden dringend gesucht. Für die Zukunft gibt es da allerdings kaum bessere Aussichten.

Bis 2030 dürfte der Mangel an Bus- und Straßenbahnfahrern dramatisch zunehmen. (Foto: Deutsche Presse-Agentur GmbH/Sebastian Gollnow)
Bis 2030 dürfte der Mangel an Bus- und Straßenbahnfahrern dramatisch zunehmen. (Foto: Deutsche Presse-Agentur GmbH/Sebastian Gollnow)
Claus Bünnagel

Ein Großteil der Bus- und Straßenbahnfahrer in Deutschland ist Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) zufolge älter als 55 Jahre. Der Anteil dieser Gruppe lag im Jahr 2022 bei 40 % und damit deutlich höher als bei allen Erwerbstätigen in Deutschland (26 %), wie die Behörde mitteilte. Für einen funktionierenden Nahverkehr werden zunehmend mehr Fahrer von Bussen und Straßenbahnen gebraucht: Zwar sei auch die Zahl der Fahrer von 2021 auf 2022 um knapp 6 % auf 145.000 gestiegen, „ein erheblicher Teil von ihnen dürfte jedoch in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden“, was zusätzlich zu Personalnot führen könnte.

Wenig Jüngere

Den vergleichsweise vielen älteren Bus- und Straßenbahnfahrern stehen wenig junge Berufskollegen unter 35 Jahren gegenüber: Nur knapp 14 % waren zuletzt in dieser Altersgruppe vertreten. Zum Vergleich: Mit gut 30 % lag der Anteil der 15- bis 34-Jährigen unter den Erwerbstätigen insgesamt mehr als doppelt so hoch. 

Wenig Frauen

Neben jungen Menschen sind auch Frauen in der Berufsgruppe mit einem Anteil von 15 % deutlich unterrepräsentiert. Bei den Erwerbstätigen insgesamt lag der Frauenanteil 2022 bei 47 %. Knapp ein Viertel der Fahrerinnen und Fahrer von Bussen und Straßenbahnen hatte eine ausländische Staatsangehörigkeit, bei den Erwerbstätigen insgesamt traf dies auf 14 % zu.

Engpassberuf

Der Beruf Bus- und Straßenbahnfahrer zählte laut Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2022 zu den Engpassberufen. Bei der Bestimmung eines Engpasses wird beispielsweise berücksichtigt, ob es im jeweiligen Beruf verhältnismäßig viele unbesetzte Stellen in Deutschland gibt oder wie lange es durchschnittlich dauert, diese zu besetzen.