Personal: Gewerkschaft Verdi schlägt LBO-Lohntarifvertrag aus

Laut Verband drohen Arbeitskampfmaßnahmen in kommenden Wochen.

Angemessene Lohn- und Arbeitsbedingungen sind laut LBO auch für die Bewältigung des Fachkräftemangels in der Omnibusbranche unverzichtbar. (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)
Angemessene Lohn- und Arbeitsbedingungen sind laut LBO auch für die Bewältigung des Fachkräftemangels in der Omnibusbranche unverzichtbar. (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)
Anja Kiewitt

Einen neuen Lohntarifvertrag für die Beschäftigten in bayerischen Omnibusunternehmen hat die ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Berlin, ausgeschlagen. Nach Angaben des Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) e.V. in München distanziert sich Verdi damit von einer bereits erzielten Einigung und droht mit Arbeitskampfmaßnahmen in den kommenden Wochen. Die Gründe dafür kann der LBO eigenen Angaben zufolge nicht nachvollziehen. Zuletzt habe man im Rahmen eines Spitzengesprächs Ende Mai eine Übereinkunft erzielt, die deutliche Lohnsteigerungen für die 15.000 Beschäftigten in den 1.100 bayerischen Omnibusunternehmen ab Juli 2017 in den kommenden drei Jahren vorsieht.

Arbeitskampf laut LBO nicht gerechtfertigt

„In dieser Phase ist es nicht gerechtfertigt, einen Arbeitskampf auf dem Rücken der Fahrgäste und Arbeitgeber auszutragen, da die Busunternehmen mit einem Lohnplus von mehr als drei Prozent ein Angebot mittragen würden, das über den Tarifabschlüssen in anderen Branchen hinausgeht“, erklärt LBO-Verhandlungsführer Nico Schoenecker. Der LBO appelliert daher an Verdi und die Beschäftigten, doch noch dem Lohnkompromiss vom 31. Mai zuzustimmen.

Noch Anfang 2016 war alles gut

Rückblick: Wie busplaner berichtete, war der bisher geltende Lohntarifvertrag Nr. 27 im Januar 2016 für allgemeinverbindlich erklärt worden. Die damals für verbindlich erklärten Tarifbedingungen lobte Verdi noch vor gut einem Jahr als „faire Bezahlung“, teilt der LBO mit. Die seinerzeit erteilte Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) sei damals als gute Nachricht für das Personal und die Fahrgäste gefeiert worden.

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