Abgesagte Passionsspiele Oberammergau: Rückzahlung Kartenpreis und Vorverkaufsgebühr

Nach § 346 BGB sind die empfangenen Leistungen zurückzugewähren.

Die 42. Oberammergauer Passionsspiele werden auf das Jahr 2022 verschoben. (Foto: Eigenbetrieb Oberammergau Kultur)
Die 42. Oberammergauer Passionsspiele werden auf das Jahr 2022 verschoben. (Foto: Eigenbetrieb Oberammergau Kultur)
Claus Bünnagel

Die 42. Oberammergauer Passionsspiele werden aufgrund der Corona-Epidemie auf das Jahr 2022 verschoben. Kunden haben nun Anspruch auf Rückzahlung des kompletten Kartenpreises. Was den B2B-Bereich betrifft, ist zu prüfen, ob in den AGB bzw. Vertragsbedingungen hierzu etwas geregelt wurde. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Passionsspiele zumindest für den ursprünglichen Zeitpunkt behördlich untersagt sind. Die Leistung ist nach Vertragsschluss somit objektiv unmöglich geworden (§ 275 BGB). Nach § 346 BGB sind die empfangenen Leistungen zurückzugewähren. Dies gilt auch voraussichtlich für die Vorverkaufsgebühr, wenn hierzu nicht etwas anderes vereinbart worden war. Deshalb sollten Busreiseunternehmen gegenüber den Passionsspielen die Rückzahlung des gesamten Preises einfordern – inklusive der Vorverkaufsgebühr. Sollte dieser Forderung nicht entsprochen werden, ist es empfehlenswert, die Vorlage der Rechtsgrundlage für die Vereinnahmung der VVK-Gebühr zu verlangen, damit geprüft werden kann, ob der Anspruch rechtens ist.

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