Wohlfühlen an Hollands Küste

Domburg und Cadzand zu Heilbädern ernannt
Askin Bulut

Der kleine Ort Cadzand an der niederländischen Küste teilt sich in Cadzand-Dorp, den Ortskern etwas weiter landeinwärts, und Cadzand-Bad. Letzteres gilt jetzt offiziell als Kurort. Auch das bei Deutschen Reisegästen bekannte Domburg, gelegen auf der Insel Walcheren, ist im Herbst und Winter ein gemütlicher Rückzugsort direkt an der Nordsee. Die vielfältigen Strände von Domburg und Cadzand wurden mehrfach als „Schönster Strand der Niederlande“ ausgezeichnet.

Beide Heilbäder sind Orte der Erholung: Ausgedehnte Spaziergänge durchs Grün, Blokarten und Bodyboarden am Strand, Radtouren durch die Polderlandschaft, Yoga in den Dünen, ein Besuch in der Sauna, im Spa oder im Fitnesszentrum – diese Angebote der Kurorte richten sich an alle, die im Winter Entspannung und Abwechslung vom Alltag suchen.

Durch das Naturgebiet Het Zwin, das sich von Cadzand bis zum belgischen Ort Knokke zieht, führt ein Barfußpfad, auf dem Spaziergänger barfuß verschiedene Böden ertasten. Zudem gibt es in beiden Orten Kunst- und Büchermärkte sowie kleine Museen. In Domburg wohnte und arbeitete der Künstler Piet Mondrian – seine Spuren entdeckt man beispielsweise im „Marie Tak van Poortvliet Museum“, einem exakten Nachbau der Ausstellungsräume, die Mondrian ehemals nutzte.

Die chemische und mikrobiologische Zusammensetzung des zeeländischen Meerwassers macht es offiziell zu „Heilwasser“. Es ist reich an Salzen, Mineralien und Organismen, und insgesamt von guter Qualität. Darüber hinaus ist die Provinz Zeeland eine der kulinarischen Vorzeige-Regionen Europas: Meeresgemüse aus den Gewässern Zeelands, wie Queller und Salzaster, enthält Omega 3 und 6 Fettsäuren, wichtige Antioxidanten, Iod, Eisen, Magnesium, Natrium, Calcium und Vitamine A, C und E. Die Meeresarme Ooster- und Westerschelde sind zudem reich an Fisch- und Muschelarten. Das Hotelrestaurant Pure C direkt am Strand von Cadzand ist ein besonders gesunder Tipp: seit Kurzem arbeitet es an einem eigenen Dünengarten. Hier wachsen ausgewählte Kräuter und Pflanzen, die in den Dünen besonders gut gedeihen und heilende Wirkungen haben. Mitte 2015 soll der Garten fertig sein.

Die Badekultur der Region um Domburg und Cadzand entstand bereits zu römischen Zeiten. Im benachbarten Aardenburg stand auch damals schon ein Badehaus, das über verschiedene Räume mit Warm- und Kaltbadewasser verfügte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts fuhren die ersten Briten zur Kur an die zeeländische Küste. Im Jahre 1866 begann der Bau des „Badhuis“ und eines Hotel-Restaurants in den Dünen von Cadzand. Für gut 50 Jahre waren sie die einzigen Bauten an der Küste.

Schon als Domburg noch hauptsächlich von Heringsfischern bewohnt war, hatten in dem beliebten Urlaubsort gesundheitsfördernde Fußbäder Tradition. 1834 kamen die ersten Damen aus entfernten Städten an die Küste und nutzen sogenannte Badekarren, um ungesehen und sittlich korrekt im Meer zu baden. Die fortschrittlichen Behandlungsmethoden in Domburg von Dr. Johann Georg Mezger, Gründer der modernen Physiotherapie, sprachen sich ab 1886 in Europa herum und so kamen auch die Königinnen von Rumänien und Schweden regelmäßig zur Erholung nach Zeeland.

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