Trendthemen beim RDA-Workshop 2016: Hürden und Chancen

RDA äußert sich zu Brexit, Incoming-Tourismus, Busmaut und Fernbusmarkt.
Anja Kiewitt

Der Brexit, der kürzlich beschlossene Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (busplaner berichtete), die Entwicklung im Incoming-Tourismus mit dem Bus in Deutschland, aktuelle Trends im Fernlinienbussegment, die derzeit diskutierte Maut für Busse auf deutschen Autobahnen (busplaner berichtete) sowie das komplizierte Steuersystem und der „stark überregulierte“ Arbeitsmarkt in Deutschland standen im Fokus einer Pressekonferenz, die der Kölner RDA Internationaler Bustouristik Verband e.V. im Rahmen des RDA-Workshops 2016 gab, der vom 5. bis 7. Juli in Köln stattfindet (busplaner berichtete).

Brexit-Folgen noch nicht absehbar

Die Folgen eines möglichen Brexit seien derzeit noch nicht abschätzbar, betonte RDA-Präsident Richard Eberhardt vor den Pressevertretern. Am ersten Messetag, dem 5. Juli 2016, habe der RDA dazu eine Vorstandssitzung mit den britischen Mitgliedern der EACT European Alliance for Couch Tourism abgehalten, in dem auch der deutsche Bustouristikverband vertreten ist. Die Partner formulierten dabei die Forderung, bei den weiteren Verhandlungen der EU zum Brexit keine neuen Hürden für die europäische Bustouristik zu schaffen. Kurzfristig ermögliche die Abwertung des britischen Pfunds zunächst einmal günstigere Preise für Reisen nach Großbritannien und leiste damit eine Art „Entwicklungshilfe“ für die Destination. Mittelfristig gelte es jedoch, eine neue Kleinstaaterei, etwa durch zusätzliche Grenz- sowie Visakontrollen, in Europa zu verhindern, so Verbandschef Eberhardt. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die etwa 65.000 Busunternehmen in Europa eine Million direkte und indirekt etwa sieben Millionen Arbeitsplätze in der Tourismusindustrie sichern.

Busunternehmer wollen modernisieren

Neben diesen kritischen Äußerungen gab RDA-Chef Eberhardt aber auch einen positiven Ausblick für die Bus- und Gruppentouristik im Jahr 2016. Trotz rückläufiger Anzahl der Omnibusunternehmen, die im Gelegenheitsverkehr operieren, seien die Fahrgastzahlen weitgehend stabil. Angesichts weiterer geplanter Kostensenkungsmaßnahmen der deutschen Omnibusunternehmen werde der Fokus auf die Modernisierung und Ersatzbeschaffung gelenkt. Nach Angaben des RDA rechnen derzeit fast 83 Prozent der Busunternehmen mit einer gleichbleibenden und teilweise sogar besseren Geschäftslage im kommenden Geschäftsjahr in einem diversifizierten Markt.

Einen ausführlichen Rückblick zum RDA-Workshop 2016 in Köln lesen busplaner-Leser in der kommenden Ausgabe 8/2016, die am 5. August erscheint.

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