Prognose: Starkes Jahr für europäische Quellmärkte

ITB Berlin veröffentlicht Ergebnisse des "World Travel Monitors" von IPK.
Zuwachs bei Auslandsreisen aus Europa prognostiziert: Besonders starkes Wachstum erwartet IPK International 2018 trotz des schwachen Pfunds mit sechs Prozent für Großbritannien, ebenso für Russland. (Foto: Andreas Hermsdorf/Pixelio.de)
Zuwachs bei Auslandsreisen aus Europa prognostiziert: Besonders starkes Wachstum erwartet IPK International 2018 trotz des schwachen Pfunds mit sechs Prozent für Großbritannien, ebenso für Russland. (Foto: Andreas Hermsdorf/Pixelio.de)
Anja Kiewitt

Vier Prozent Zuwachs bei Auslandsreisen aus Europa prognostiziert die IPK International World Tourism Marketing Consultants GmbH, München, für 2018. Besonders starkes Wachstum erwarten die Fachleute trotz des schwachen Pfunds mit sechs Prozent für Großbritannien, ebenso für Russland. Eine positive Nachfrage sagt IPK International zudem für Belgien, Frankreich, die Niederlande, Norwegen sowie die Schweiz voraus. Gleichzeitig wird auch aus Deutschland, Europas größtem Outbound-Markt, ein solides Wachstum von zwei Prozent erwartet. Die Prognosen wurden auf Grundlage des "IPK World Travel Confidence Index" erstellt, der jedes Jahr basierend auf den Aussagen von Umfrageteilnehmern zu deren Reiseabsichten für die kommenden zwölf Monate erstellt wird. Sie wurden im Rahmen des "25. World Travel Monitor Forum" in Pisa im Vorfeld der ITB Berlin 2018 (7. bis 11. März) von der Messe Berlin GmbH veröffentlicht.

Rückblick auf 2017 positiv

Bisher war laut IPK auch 2017 ein gutes Jahr für die Reisebranche in Europa. Demnach legten Auslandsreisen bei Europäern um 5,5 Prozent innerhalb der ersten acht Monate dieses Jahres zu. Damit übertreffen die Ergebnisse den dreiprozentigen Anstieg im Jahr 2016 ebenso wie das für 2017 prognostizierte Wachstum von vier Prozent. Das Wachstum bei Fernreisen aus Europa ist jedoch unterdurchschnittlich. Reisen in Richtung Asien verzeichneten einen dreiprozentigen Anstieg, während Reisen nach Amerika – inklusive der USA – um drei Prozent zurückgingen. Eine Ursache könnte den Analysten zufolge der sogenannte Trump-Effekt sein. Er führe dazu, dass einige europäische Quellmärkte von Besuchen in den USA zunehmend absehen.

Auslandsreisen aus Russland erstarken 

Der Quellmarkt, der in diesem Jahr am meisten herausstach, war Russland, wo Auslandsreisen gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2016 um 18 Prozent zulegten. Weitere wachstumsstarke Auslandsreisemärkte waren unter anderem Polen, die Niederlande sowie Frankreich. Was die Wahl der Reiseziele angeht, blieben die Europäer auch in diesem Jahr erneut gerne relativ nah an ihren Heimatländern und sorgten somit für einen sechsprozentigen Anstieg von Reisen in Destinationen innerhalb des eigenen Kontinents, so die Ergebnisse des "World Travel Monitors".

Städtereisen, Strand- und Badeurlaube boomen weiterhin

In puncto Beweggrund für Auslandsreisen stieg die Anzahl von Urlaubsreisen der Europäer um sechs Prozentpunkte, ein deutliches Plus gegenüber den zwei Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Reisenden zog es insbesondere zurück an die Strände – mit sieben Prozent Zuwachs legten Strand- und Badeurlaube kräftig zu – verglichen mit einer Stagnation in 2016. Städtereisen präsentierten sich ebenfalls sehr beliebt mit einem stolzen Zuwachs von 20 Prozent verglichen mit einem Plus von 15 Prozent im Jahr davor. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise legten um vier Prozent auf 945 Euro zu.

Starker Anstieg bei internationalen Ankünften in Europa

Was die Reisen nach Europa betrifft, konnten viele Destinationen in der Region mehr internationale Besucher begrüßen, geht weiter aus den Zahlen hervor. Top-Destinationen mit Wachstumsraten über dem europäischen Durchschnitt umfassen dabei Länder wie etwa Island, die Niederlande, Bulgarien, Spanien, Portugal oder Kroatien. Die positive Entwicklung spiegelt sich in den jüngsten Zahlen der Welttourismus Organisation UNWTO wider, die mit acht Prozent einen starken Anstieg internationaler Ankünfte in Europas Ländern zwischen Januar und August zeigt. Der Zuwachs in diesem Jahr liegt demnach deutlich über denen der letzten Jahre. Reisende aus dem Ausland wendeten sich wieder stark dem südlichen beziehungsweise mediterranen Europa zu, belegt durch einen Anstieg von zwölf Prozent, gefolgt von Westeuropa mit einer Zuwachsrate von sieben Prozent, nachdem diese 2016 deutlich darunter lagen. Für Nordeuropa legten die Ankünfte um sechs Prozent zu – Zentral- und Osteuropa konnten in den ersten acht Monaten um vier Prozent wachsen.

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