Explosions- und Personenschutz durch Pneumatik

Das Unternehmen Reglo bietet Hubarbeitsbühnen mit umfassendem Sicherheitsprogramm an
Askin Bulut

Zur Vorbereitung und Lackierung von Nutzfahrzeugen hat die norwegische Firma Reglo bereits vor über 30 Jahren zwei spezielle Typen von Hubarbeitsbühnen entwickelt, die rein mit Druckluft arbeiten und daher Atex-konform keine Zündpunkte enthalten: den wandmontierten „Wall-Man“ und den mobilen „Liftman“. Der Explosions-Schutz war dabei nur ein Teil eines detaillierten Konzepts für die Sicherheit des Benutzers: Dies beginnt damit, dass nur eine Luftzuführung benötigt wird, da zum Beispiel Lackierpistolen direkt im Arbeitskorb angeschlossen werden können. Zusätzliche Stolperfallen werden so vermieden.

Die Hub-Pneumatik selbst ist so gestaltet, dass ein Sicherheitsventil ein plötzliches Entweichen der Druckluft und damit ein zu schnelles Absenken des Korbes verhindert. Zudem hängt die Bühne auch an einer Sicherheitskette, die das Elffache des vorgeschriebenen Gewichts abfangen kann und sich automatisch strafft, wenn der Korb sich auf ein Hindernis absenkt. So wird sichergestellt, dass er nicht abfällt, sobald die Barriere entfernt wird. Druckluftzylinder sorgen daneben auch beim horizontalen Teleskopieren für eine stabile Positionierung. Mittels einer pneumatischen Einfahrfunktion kann die Arbeitsbühne in Notfällen sogar vom Boden aus eingeholt werden, bei Druckverlust lässt sie sich jedoch ebenso manuell bewegen.

Zur seitlichen Verfahrbarkeit wird der Wall-Man, der eine Höhe von 4,5 Meter und einen Abstand von 2,6 Meter erreichen kann, mit einer Laufschiene für die oberen Räder an die Wand montiert, Führungsrollen überbrücken dabei sogar Schwellen. Da auch die unteren Räder auf der Wand laufen, ist sichergestellt, dass keine herumliegenden Gegenstände oder die Füße von Mitarbeitern beim Bewegen überrollt werden. Gummistopfen in der Schiene begrenzen den erlaubten Fahrbereich, zusätzlich wird zu den Enden hin automatisch die Geschwindigkeit reduziert. Ein eigenes Bremssystem hält die ganze Hub-Konstruktion zuverlässig an Ort und Stelle, erlaubt aber bei abfallendem Druck auch ein Verschieben von Hand.

Beim flexiblen Liftman, der sich innerhalb des Anschlussbereichs der Druckluftleitung selbst im hochgefahrenen Zustand völlig frei bewegen lässt, war vor allem die Stabilität oberstes Gebot. Korbgewicht, vertikale Teleskopierung und Grundplatte wurden daher so aufeinander abgestimmt, dass er trotz der kleinen Basis von 1 x 0,8 Meter, die ihn sehr wendig macht, auch ausgefahren zur Maximalhöhe von 2,75 Meter um enge Kurven manövrieren kann, ohne zu kippen.

Damit der Arbeiter auch beim Vornüberbeugen nicht herunterfallen kann, ist der Arbeitskorb ebenso wie die Laufschiene des Wall-Man mit einer Öse ausgestattet, in die sich ein Sicherheitsgeschirr einhaken lässt. Darüber hinaus ist der Boden der Bühne rutschfest gestaltet. Die Türen zum Korb – entweder seitlich oder frontal – schließen und verriegeln sich selbsttätig. Ein versehentliches Öffnen und das damit verbundene Absturzrisiko sind daher ausgeschlossen. Ergänzt wird das Sicherheitspaket für den Bediener auf der Arbeitsplattform durch Anschlüsse für Atemschutzmasken und eine Signalhupe.

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