Mehr Flexibilität zu Gunsten der Fahrgäste

Arbeitsbesuch von EU-Mitarbeitern bei Busunternehmern
Thomas Burgert
Ewa Ptaszynska und Andreas Nägele, Mitarbeiter im Referat Landverkehr der EU-Kommission in Brüssel, besuchten auf Einladung des Verbandes Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) mehrere Mitgliedsunternehmen im Großraum Stuttgart. Im Rahmen ihres Arbeitsbesuchs konnten sie sich bei den Omnibusunternehmen Kappus Reisen (Leonberg), Schlienz-Tours (Kernen), Omnibus Hahn (Reutlingen) und RSV Reutlinger Stadtverkehr (Reutlingen) mit dem Thema der Umsetzung der europäischen Sozialvorschriften im Alltag deutscher Busunternehmen befassen. Begleitet wurden sie von Anja Ludwig vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo). Insbesondere die Auswirkungen der Lenk- und Ruhezeiten auf den Fahrereinsatz und die Fahrerdisposition wurden bei den Treffen anhand konkreter Beispiele aus der täglichen Arbeit der Unternehmen dargestellt. Thematisiert wurden insbesondere die Ruhezeiten der Fahrer bei der 12-Tage-Regelung und die Beschränkung der täglichen Schichtzeit auf 15 Stunden bei Tagesfahrten. Der WBO plädiert für mehr Flexibilität zu Gunsten der Fahrgäste. „Ein Bus ist kein Lkw, dessen Ladung auf einer beliebigen Autobahnraststätte übernachten kann. Menschen wollen an ihr Fahrtziel, auch nach Verspätungen“, so Witgar Weber, Geschäftsführer des WBO. „Es hat sich in den intensiven Gesprächen gezeigt, dass viele der Auswirkungen der EU-Gesetze für das Omnibusgewerbe so nicht von der Kommission beabsichtigt waren“, ergänzt Martin Burkart, Organisator des so genannten Peer-Visit seitens des WBO. Zum Abschluss des Besuchs war die EU-Delegation bei der Veranstaltung des baden-württembergischen Staatsministeriums zur Europa-Wahl auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Dort wurde auch die Europa-Bus-Tour beendet, die der WBO unterstützt hatte. Minister Peter Friedrich, Rainer Wieland, Vizepräsident des Europa-Parlaments und EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger kamen am Nachmittag zum Bus des WBO und trafen dort die beiden Vertreter aus Brüssel sowie den WBO-Touristikvorstand Harald Binder.
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