Enerparc und Naext entwickeln Batteriespeicher für Freiflächensolarparks

Enerparc und Naext  haben die Testphase von Quadragon abgeschlosen. Dabei werden Second-Life-Auto-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 600 kWh pro Container genutzt.

Der Quadragon hat die Größe eines Zehn-Fuß-Containers und ist einfach modular erweiterbar. Der Speicher nutzt Second-Life-Autobatterien mit einer Gesamtkapazität von 600 kWh. (Foto: Enerparc)
Der Quadragon hat die Größe eines Zehn-Fuß-Containers und ist einfach modular erweiterbar. Der Speicher nutzt Second-Life-Autobatterien mit einer Gesamtkapazität von 600 kWh. (Foto: Enerparc)
Franziska Neuner
(erschienen bei VISION mobility von Claus Bünnagel)

Der Solarparkinvestor, -errichter und -betreiber Enerparc hat in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Start-up Naext einen Batteriespeicher zur Nachtstromkompensation für Freiflächensolarparks entwickelt. Die ersten vier auf bestehenden Enerparc-Anlagen installierten „Quadragons“ laufen laut den beiden Unternehmen reibungslos – damit sei die Testphase der Speicher-Cubes abgeschlossen.

Stromverluste vermeiden

Der Quadragon adressiert eine der zentralen Herausforderungen von Freiflächensolaranlagen. Diese erzeugen Strom dann, wenn die Sonne scheint – also tagsüber und in großen Mengen, insbesondere während der Mittagsstunden. Dies führt zu einer hohen Belastung des öffentlichen Stromnetzes, so dass die Einspeisung teilweise begrenzt werden muss – nicht eingespeister Solarstrom geht verloren. Auf der anderen Seite benötigen die eigenen Komponenten der Anlagen wie Transformatoren in der Nacht Energie, die aus dem Netz bezogen werden muss. Deshalb beschäftigt sich das Innovations-Team von Enerparc bereits seit einigen Jahren mit Batteriespeichersystemen, deren Bedarf analog des Zubaus Erneuerbarer-Energien-Anlagen steigt.

Armin Scherl, Head of Innovations bei Enerparc: „Als wir vor etwa zwei Jahren mit Naext in Kontakt kamen, war die Idee schnell geboren, einen Batteriespeicher zu entwickeln, der auf unsere Bedürfnisse in der Planung und Errichtung unserer Solarparks abgestimmt ist. Nach anderthalb Jahren gemeinsamer Entwicklungszeit sind wir mit der Performance des Quadragon sehr zufrieden.“

Henning Behn, Co-Founder der Naext GmbH, ergänzt: „Gemeinsam und mit der Expertise des Solarparkentwicklers ist es uns gelungen, ein skalierbares Konzept zu erarbeiten. Es ermöglicht uns, unseren Batteriespeicher einfach und schnell in PV-Parks zu integrieren.“

Modular erweiterbarer Batteriecontainer

Der Speicher hat die Größe eines Zehn-Fuß-Containers und ist einfach modular erweiterbar. Eine Besonderheit: Der Quadragon nutzt Second-Life-Autobatterien mit einer Gesamtkapazität von 600 kWh. Angebunden wird der Speicher AC-seitig und kann somit die Peripherie des Solarparks nutzen, um den Verbrauch je nach Anschluss des Solarparks bis auf Mittelspannungs- oder Hochspannungsniveau zu kompensieren. Zudem kann der Quadragon die eigene Peripherie nutzen, um Elektrofahrzeuge DC-seitig mit aktuell 120 kW und künftig mit 240 kW zu laden. Durch diese doppelte Nutzung bestehender Infrastruktur entsteht ein Zusatzgewinn. Gerade für ländliche Umgebungen, in denen Freiflächensolaranlagen vornehmlich errichtet werden, ist das Angebot eines Schnellladepunktes interessant. Teure Schnellladesäulen rentieren sich in solchen Gebieten häufig nicht.

„Die Speicherung des erzeugten Solarstroms ist eine der größten Herausforderungen der Energiewende. Mit dem Naext Quadragon haben wir ein Problem gelöst. Durch ihn können wir den Eigenenergiebedarf unserer Solarparks in der Nacht decken. Ebenso kann der Speicher Blindleistung bereitstellen, die wir zur Spannungshaltung ins Netz einspeisen können. Der integrierte Schnellladepunkt für Elektroautos ist ein zusätzlicher Nebeneffekt, der es uns erlaubt, den eigenen Solarstrom im Sinne der Mobilitätswende zu sehr günstigen Konditionen weiterzugeben“, so Scherl weiter.

Über Enerparc

Der international agierende Spezialist für Solarkraftwerke im Megawattsegment ist als Entwickler, Errichter, Betreiber und Investor von solaren Großkraftwerken aktiv. Die 2008 in Hamburg gegründete nicht börsennotierte AG beschäftigt heute über 500 Mitarbeiter und ist neben ihrem Kernmarkt Deutschland auch in Spanien, Frankreich, Portugal, Indien und Australien aktiv. In den letzten Jahren hat Enerparc weltweit mehr als 650 Solaranlagen mit einer Leistung von über 4.500 MW ans Netz gebracht – rund 3.500 MW davon mit eigenen Solarkraftwerken – und ist zu einem der größten unabhängigen Stromproduzenten für Solarenergie in Europa aufgestiegen. Bis zum Jahr 2030 ist es Enerparcs Ziel, weltweit insgesamt 10 GW PV-Anlagen für das eigene Portfolio und weitere 10 GW für Solarportfolios Dritter zu entwickeln.

Über Naext

Seit 2021 befasst sich Naext überwiegend mit der Entwicklung und der Produktion von Batteriespeichersystemen. Die Nachhaltigkeit steht hierbei klar im Mittelpunkt und beginnt bereits bei der Auswahl der Materialien und Lieferketten. Die beiden Systeme Hexagon und Quadragon verwenden zur Speicherung der Energie Batterien aus der Überproduktion der Automobilindustrie.