Schwäbische Alb: Interaktives Heidengrabenzentrum erweckt Geschichte der Kelten zum Leben

Das neue Heidengrabenzentrum auf der Schwäbischen Alb wurde eröffnet. Damit wird ein zentraler Fundort aus der Ära der Kelten in Baden-Württemberg erlebbar.

Mit der Austellung wird ein zentraler Fundort aus der Ära der Kelten erlebbar. (Foto: MWK Bendix Wulfgramm)
Mit der Austellung wird ein zentraler Fundort aus der Ära der Kelten erlebbar. (Foto: MWK Bendix Wulfgramm)
Franziska Neuner

Mit der Eröffnung des Heidengrabenzentrums auf der Schwäbischen Alb durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird ein zentraler Fundort aus der Ära der Kelten erlebbar und eine virtuelle Reise in die Zeit vor 2.500 Jahren möglich.

„Südwestdeutschland war im ersten Jahrtausend vor Christus von den Kelten geprägt. Sie haben Spuren und Relikte hinterlassen, unsere Kulturlandschaft beeinflusst. Der Heidengraben gehört wohl zu den größten befestigten spätkeltischen Siedlungen“, so Ministerpräsident Kretschmann bei der Eröffnung.

Keltisches Erbe im Blick

Das neue Heidengrabenzentrum steigere die Aufmerksamkeit für das keltisches Erbe und mache den Menschen die Welt der Kelten auch emotional erfahrbar. Hier könne man sehen, was die Menschen über Jahrtausende zu dem gemacht hat, was man heute sei. Es sei wichtig zu wissen, was die Menschen über Staatsgrenzen hinweg in Europa verbindet – gerade in diesen Tagen. Mit seiner Keltenkonzeption setze die Landesregierung echte kulturpolitische Akzente und erreiche sehr positive touristische und wirtschaftliche Effekte für die Keltenorte, so Kretschmann weiter.

Oppidum Heidengraben

Das sogenannte Oppidum Heidengraben ist mit fast 17 Quadratkilometern eine der größten befestigten spätkeltischen Siedlungen Europas. Im Gegensatz zu frühkeltischen Fundstätten wie dem Bopfinger Ipf und der Heuneburg stehen in der spätkeltischen Epoche nicht mehr die großen Fürstensitze und Grabstätten im Vordergrund, sondern eher „bürgerliche“ Arbeits- und Wohnsiedlungen mit städtischem Charakter.

Der Bau des Heidengrabenzentrums wurde im Rahmen der Keltenkonzeption des Landes gefördert. Entstanden ist ein Informationszentrum auf rund 350 Quadratmetern, in dem die spätkeltische Geschichte interaktiv und multimedial vermittelt wird.

Förderung vom Bund

Dafür stellte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Mittel in Höhe von 1,75 Millionen Euro bereit. Zudem wurde das Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland“ (INK) vom Bund mit zwei Millionen Euro gefördert.

„Die Eröffnung des Heidengrabenzentrums markiert einen weiteren Meilenstein der Keltenkonzeption. Die vergangenen Jahre standen ganz im Zeichen der Planung und Umsetzung. 2024 freuen wir uns nun über die Fertigstellung von gleich drei großen Baumaßnahmen: Mit der Wiedereröffnung des Keltenmuseums Hochdorf im März, dem heutigen Festakt am Heidengraben und der Fertigstellung der Rekonstruktionsbauten am Bopfinger Ipf im September können die Besucherinnen und Besucher ganz eintauchen in die faszinierende Welt der Kelten und selbst erfahren: Baden-Württemberg ist KeltenLänd“, sagte Staatssekretär Arne Braun.

Kelten-Erlebnispfad und Aussichtsturm

Neben dem Heidengrabenzentrum umfasst das „Erlebnisfeld Heidengraben“ noch einen Kelten-Erlebnispfad und einen 18 Meter hohen Aussichtsturm in unmittelbarer Nähe zum Informationszentrum.

 „Das Heidengrabenzentrum war von Beginn an ein Pilotprojekt der Keltenkonzeption. Die drei Gemeinden Hülben, Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten, zwei Landkreise und zwei Regierungspräsidien haben beispielhaft zusammengearbeitet, um das kulturelle Erbe des Landes hier am Heidengraben sichtbar zu machen“, so Staatssekretär Arne Braun über die Zusammenarbeit vor Ort.