Scania: Sieben Biogasstadtbusse für Wernigerode

Die Citywide LF gehen an die Harzer Verkehrsbetriebe (HVB).

Schlüsselübergabe in Wernigerode: v.l. Immo Kramer (stellvertretender Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode), HVB-Geschäftsführer Christian Fischer, stellvertretende Landrätin Heike Schäffer und Jens-Ludwigkeit, Key-Account-Manager Bus Großflotte Scania Deutschland/Österreich. (Foto: Scania)
Schlüsselübergabe in Wernigerode: v.l. Immo Kramer (stellvertretender Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode), HVB-Geschäftsführer Christian Fischer, stellvertretende Landrätin Heike Schäffer und Jens-Ludwigkeit, Key-Account-Manager Bus Großflotte Scania Deutschland/Österreich. (Foto: Scania)
Claus Bünnagel

Die Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) haben sieben Biogasstadtbusse vom Typ Citywide LF für den Einsatz in Wernigerode erhalten. Es sind die ersten Gasbusse von Scania, die in Deutschland mit Biogas betrieben werden, gefördert mit EU-Mitteln. Angetrieben werden sie jeweils von einem Fünfzylindergasmotor mit 9 l Hubraum und 280 PS. Die Fahrgestelle werden am Scania-Hauptsitz im schwedischen Södertälje hergestellt, die Endmontage findet im polnischen Werk Slupsk statt. Die 32 Sitze an Bord haben ähnlich wie in Regionalbussen hohe Lehnen und sind dadurch bequemer. An einigen Sitzgruppen gibt es USB-Ladebuchsen, der Innenraum ist vollklimatisiert und der Einstieg barrierefrei.

Biomethan von Verbio

Die HVB will die Busse auf ihren fünf Stadtlinien ausschließlich mit Biomethan des Herstellers Verbio aus Sachsen-Anhalt fahren. Die Wernigeroder Stadtwerke sorgen dabei für den Nachschub. Das Gas wird ausschließlich aus landwirtschaftlichen Abfallstoffen und Stroh hergestellt. Produkte, die für Nahrungsmittel verwendet werden könnten, kommen dabei nicht zum Einsatz.

Wir werden durch dieses Projekt 100.000 l Diesel einsparen. (HVB-Geschäftsführer Christian Fischer)

Das entspreche 300 t CO2. Im Vergleich zu den Dieselfahrzeugen, die durch die Citywide LF ersetzt werden, würden künftig bis zu 90 % weniger CO2-Emissionen anfallen. In Wernigerode entsteht damit der erste nahezu CO2-neutrale Stadtverkehr in den östlichen Bundesländern.

Einsatz im Notfall

Dass auf die Scania Busse künftig auch mal überraschende Einsätze warten könnten, darauf weist der stellvertretende Oberbürgermeister Immo Kramer mit Blick auf die zeitgleich andauernden Löscharbeiten am nahegelegenen Brocken hin. Einige Tage zuvor war unterhalb des Berggipfels ein großflächiger Waldbrand ausgebrochen. Touristen und Wanderer wurden mit Hilfe der HVB evakuiert.

Auch das müssen die Busse können – nicht nur im Flachland fahren, sondern auch im Harz auf 1.100 m Höhe. (Kramer)

Technische Vorteile bei Betrieb und Wartung

Natürlich ist es vor allem der tägliche Linienbetrieb, in dem sich die neuen Scania-Busse bewähren müssen. Werkstattleiter Dirk Blum wird ein genaues Auge darauf haben – und er ist optimistisch. Die gasbetriebenen Busse hätten in der Handhabung diverse Vorteile gegenüber denen mit Dieselantrieb. Zum einen seien die Fahrgeräusche geringer, sowohl für die Fahrgäste als auch für die Kollegen am Steuer. Zum anderen verringere sich im Vergleich der Wartungsaufwand.

Die Diesel mit Euro 6 haben eine komplizierte Abgasnachbehandlung, die auf hohe Temperaturen angewiesen ist. (Blum)

Diese würden bei den Fahrzyklen in der Stadt aber kaum erreicht, weshalb mehr Arbeit in der Werkstatt entstehe. Bei den Ottomotoren der neuen Biomethanbusse spielen Probleme mit der Abgasnachbehandlung kaum eine Rolle. 

Bereits in der kommenden Woche will die HVB die sieben neuen Scania Citywide LF im Linienverkehr einsetzen. Ihre Dieselvorgänger werden dann sukzessive ausgemustert.

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