Solaris-Elektrobus für Dresdner Verkehrsbetriebe

Ab April 2015 soll der Urbino 12 electric in Dresden auf Linie fahren
Askin Bulut

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und der Bushersteller Solaris Bus & Coach haben Ende Juni einen Vertrag über die Lieferung eines Elektrobusses Solaris Urbino 12 electric unterschrieben. Solaris hat sich in einer europaweiten Ausschreibung mit seinem Elektrobus durchgesetzt. Die Lieferung des Urbino 12 electric erfolgt im Rahmen des Projekts „Elektro-Buslinie 79“ der Schaufensterregion Bayern-Sachsen Elektromobilität Verbindet.

In der sächsischen Landeshauptstadt fährt bereits seit 2007 ein Gelenkhybridbus Solaris Urbino 18 Hybrid. Die Erfahrungen aus dem Einsatz des Hybridfahrzeugs und der konventionellen Busse von Solaris in Dresden seien ein gutes Fundament, um mit dem Elektrobus erfolgreich sein zu können, teilte die DVB mit. „Ganz besonders freuen wir uns, dass in Dresden der erste reguläre Linienbus mit konduktiver Hochstrom-Überdachladung verkehren wird“, sagte DVB-Vorstand Reiner Zieschank. Das Projekt wird durch die TU Dresden wissenschaftlich begleitet. Die DVB verspricht sich daraus weitere Erkenntnisse zu Ladestrategie und Speichernutzung um den weiteren Übergang zur Elektromobilität mit Bussen gestalten zu können.

„Ich freue mich sehr, dass die DVB bei Investitionen in innovative Technologien auf Solaris-Fahrzeuge setzt. Und das nicht zum ersten Mal: in Dresden fährt bereits unser erster Hybridbus. Das ist der beste Beweis dafür, dass die DVB entschlossen in die Zukunft blickt und die umweltfreundlichsten Antriebsysteme auswählt“, erklärte Solange Olszewska, Vorstandsvorsitzende von Solaris Bus & Coach.

Der elektrisch angetriebene Urbino für Dresden ist ein niederfluriges Fahrzeug in 12-Meter-Ausführung und bietet Platz für 45 Fahrgäste. Der Bus soll mit einem Elektromotor mit einer Stärke von 160 kW und mit Batterien mit einer Kapazität von 200 kWh ausgestattet sein. Die Batterien versorgen nicht nur den Antrieb, sondern auch alle anderen Systeme im Fahrzeug, darunter Klimaanlage, Heizung, Servolenkung und Türsteuerung. Die Batterieladung erfolgt durch einen Plug-in-Anschluss und durch das automatische Dachladesystem. Das System ähnelt den bei Oberleitungsbussen genutzten Stromabnehmern.

Der neue Elektrobus soll auf der Linie 79 zwischen Mickten und Übigau zum Einsatz kommen. Der Stadtteil Übigau erhält damit und mit den in Mickten verkehrenden Straßenbahnlinien eine rein elektrische ÖPNV-Anbindung an den Fernreiseverkehr und die Innenstadt. Die Traktionsbatterie des Busses soll während der Wendezeit in Mickten konduktiv über ein Hochleistungs-Oberleitungssystem und während der Nachtzeit im Depot über ein stationäres Ladegerät geladen werden. Während der Wendezeit sollen dafür nur drei bis vier Minuten zur Verfügung stehen. „Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die übertragbare Leistung der Ladeinfrastruktur und an das Leistungsaufnahmevermögen des Energiespeichers“, so der Hersteller.

Das Projekt „Elektrobus-Linie 79“ ist eines von insgesamt rund 40 Projekten im Schaufenster Bayern-Sachsen Elektromobilität verbindet. Es wird mit etwa 1,1 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert.

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