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Daimler: Serienmäßiger Elektro-Stadtbus kommt 2018

Bei einem Workshop des VDA zur IAA Nutzfahrzeuge entwirft der Mercedes-Benz-Bus-Chef eine "elektrische Zukunft" für den Stadtverkehr. Mit den Wettbewerbern fordert er aber stärkere Unterstützung der Politik.

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Johannes Reichel

Daimler will 2018 einen serienmäßigen Elektrobus für den Stadtverkehr vorstellen. Das bekräftigte Mercedes-Benz-Bus-Chef Hartmut Schick bei einem Workshop des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zur IAA Nutzfahrzeuge in Frankfurt. Aktuell mache die Batterietechnologie sehr große Fortschritte. "Die Kosten sinken deutlich, gleichzeitig steigt die Leistungsfähigkeit massiv an", erklärte Schick. Diese sei entscheidend für den Einsatz beim Kunden. "Elektro-Busse müssen nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich sein, sie müssen sich rechnen", skizzierte Schick den Anspruch. Für die Schaffungs dieses "Business Case" sei aber auch politische Unterstützung gefragt, nicht nur im Hinblick auf die Förderung von Fahrzeugkonzepten, sondern auch von kompletten Mobilitätskonzepten für die Elektromobilität, entwarf Schick.

 

Bei der Förderung seien Hamburg und Berlin sicher Vorbilder, allerdings genüge dieses Volumen nicht, um den Herstellern ein rentables Fahrzeugangebot zu ermöglichen. Diesen Punkt betonte auch Senior Vice President Hakan Karlsson von Volvo AB: "Technisch performen unsere Elektro-Busse in Göteborg extrem gut. Aber für relevante Stückzahlen brauchen wir politische Unterstützung", erklärte der Manager. Trotz offener Felder ist Hartmut Schick sicher: "Der Stadtverkehr der Zukunft wird elektrisch." Bis 2030 rechnet Schick mit einem starken Zuwachs, der Diesel werde dann nurmehr 30 Prozent der verkauften Stadtbusse ausmachen. Darüber hinaus müssten die Busse so leistungsfähig sein wie Diesel-Busse. Man wolle außerdem auch die Investitionen für die Ladeinfrastruktur so gering wie möglich halten. Bei zukünftigen, leistungsfähigeren Batterien werde die Infrastruktur vielleicht nicht mehr nötig sein. Es brauche daher einen ganzheitlichen Beratungsansatz, an dessen Ende man errechnen könne, welche Batteriekapazität für welchen Einsatz adäquat sei.

 

Für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) forderte Geschäftsführer Martin Schmitz die Hersteller auf, "noch mehr Dampf" bei der Entwicklung Elektrobussen zu machen. Er sieht allerdings auch die Politik in der Pflicht im Hinblick auf das Gesamtfeld der E-Mobilität und Energiewende. Generell sieht Hartmut Schick großes Potenzial für einen höheren Anteil des ÖPNV am "Modal Split" in den Städten: "Menschen in Großstädten könnten fast die Hälfte ihrer Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen", konstatierte der Mercedes-Bus-Chef. Tatsächlich genutzt würde der ÖPNV aber nur für 15 Prozent der Wege. Der ÖPNV müsse daher noch attraktiver werden in Sachen Pünktlichkeit, Komfort und Sicherheit.

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