Nach Lösungen wird gesucht

Alternative Antriebe mittelfristig noch auf Förderung angewiesen
Thomas Burgert

„Finanziell lohnt es sich noch nicht, wenn die Anschaffungskosten nur im Verhältnis zur Kraftstoffeinsparung gesehen werden“, betonte Wolfgang Arnold, Vorstandssprecher der SSB AG, Stuttgart, bei der Dieselhybridbusse im Linieneinsatz sind. Dennoch müsse sich der ÖPNV den Herausforderungen der E-Mobilität pro-aktiv stellen, denn, so Arnold weiter: „E-Mobilität muss mehr sein als E-Autos!“ Wolfgang Arnold führte aus, dass die SSB langfristig den emissionsfreien Betrieb anstrebe.

Wolfgang Arnolds Beitrag war einer von mehreren Fachvorträgen, der Veranstaltungen „Einblicke“. Über 70 Zuhörer waren zu dieser gemeinsamen Veranstaltung von WBO und VDV im WBO-Haus in Böblingen gekommen. Das Thema der Fachvorträge lautet „Wirtschaftlichkeit alternativer Antriebe“. Ergebnis der Erfahrungsberichte aus der Praxis: Unterm Strich rechnen sich alternative Antriebe für Omnibusse im Linienverkehr ohne entsprechende Förderungen noch nicht, ganz zu schweigen vom Reiseverkehr mit den langen Entfernungen. Der heutige, moderne Dieselmotor ist in Leistung, Bedienung, Gewicht, Haltbarkeit und Einsatzmöglichkeit immer noch dem momentanen Stand der technisch möglichen Alternativen Wasserstoff, Elektro oder auch Hybrid überlegen.

Christian Seitz, Geschäftsführer der Euracom Group aus Berlin, präsentierte den einen 18-Meter-Elektro-Gelenkbus. Als Niederflurbus mit 18 Tonnen Eigengewicht ermöglicht er wie ein vergleichbarer Dieselbus eine Nutzlast von bis zu zehn Tonnen. Mit seinen 564-kWh-Batterien soll er in der Lage sein, ohne Zwischenladung Reichweiten von über 250 Kilometer zu erzielen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit diesen Fahrzeugen aufgrund der Umweltfreundlichkeit und der Kosten jetzt schon den konventionellen Diesel- und Hybridfahrzeugen im Alltagseinsatz ernsthaft Konkurrenz machen können“, so Seitz in seinem Vortrag. Auch auf die Achillesferse der E-Busse, die Nebenverbräuche, ging er wie folgt ein: „Je geringer der Nebenverbrauch durch Heizung oder Klimaanlage, desto höher kann die Reichweite sein.“

Ronald Bäuerle, Geschäftsführer LVL-Jäger, forderte die Industrie auf, „finanziell akzeptable Lösungen zu entwickeln, welche am Schluss auch durch die Fahrgeldeinahmen gedeckt werden können.“ Für sein Unternehmen hat er auch mittels Förderung des Landes Baden-Württemberg eine Lösung gefunden: Ab Dezember werden insgesamt 11 Dieselhybrid-Busse im Ludwigsburg zum Einsatz kommen.

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