Per Combo-2-Stecker werden bislang die drei vorhandenen E-Busse der KVG über Nacht im Betriebshof geladen. Zukünftig soll die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. (Foto: Schachtner)
Claus Bünnagel

Die Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig (KVG) hat beschlossen, ihren Fuhrpark zu rund einem Viertel auf Elektroantrieb umzustellen. Die derzeit drei Fahrzeuge umfassende Elektrobusflotte soll demnach bis 2023 auf 48 Solos mit elektrischem Antrieb wachsen. Noch im Laufe dieses Jahres plant die KVG sechs E-Busse anzuschaffen. Voraussetzung dafür sei eine Förderung aus Finanzmitteln des Landes Niedersachsens bzw. des Bundes. Der Aufsichtsrat der Verkehrsgesellschaft hat diesen Beschluss auf Basis des erfolgreichen Testlaufs namens Leo („Linienbetrieb mit elektrischen Omnibussen“) getroffen. Ein Projekt, das die KVG vor rund zwei Jahren gestartet hat und das die Erprobung von drei E-Bussen des in Salzgitter ansässigen Herstellers Sileo umfasste. Konkret sind seit dem Jahreswechsel 2016/2017 zwei Elektrobusse des Typs S12 in der Stadt unterwegs. Ein weiterer Bus des Typs S10 wurde letztes Jahr Opfer des Großbrands in einer Fertigungshalle des Busherstellers, ist aber inzwischen ersetzt worden.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Die Busse werden mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energien der lokalen Energieversorger geladen. Mittelfristig plant die KVG ihre batteriebetriebenen Fahrzeuge gleichmäßig auf die Betriebshöfe Salzgitter-Lebenstedt, Salzgitter-Bad, Wolfenbüttel und Helmstedt zu verteilen. Was die Ladeinfrastruktur angeht, muss die Stadt noch aufrüsten. Bisher sind die E-Busse ausschließlich nachts auf dem Betriebshof geladen worden. Im Zuge der Flottenvergrößerung soll noch in diesem Jahr in Wolfenbüttel eine Trafostation errichtet werden. In Salzgitter wird eine solche in zwei bis drei Monaten in Betrieb gehen. Auch die Betriebshöfe Salzgitter-Bad und Helmstedt werden nach Aussage der KVG mittelfristig einen Mittelspannungsstromanschluss und einen Transformator erhalten. Durch den Ausbau der Elektromobilität erwartet die KVG einen jährlichen Rückgang des Flottendieselverbrauchs um 930.000 l sowie der CO2-Emissionen um 3.200 t.

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