VDL Citea: Reichweite von bis zu 600 km

Selbst bei starkem Frost von –15°C soll der elektrische Stadtbus mindestens 250 km schaffen.

Wie schon die jüngsten Modelle von Proterra und Ebusco mit den Batterien im Fahrzeugboden wird auch der VDL Citea ein Reichweitengigant werden. (Foto: VDL)
Wie schon die jüngsten Modelle von Proterra und Ebusco mit den Batterien im Fahrzeugboden wird auch der VDL Citea ein Reichweitengigant werden. (Foto: VDL)
Claus Bünnagel

Die Reichweite der neuen elektrischen Citea-Generation, die im Oktober auf der Busworld vorgestellt wird, soll laut VDL gegenüber dem Vorgänger erheblich verbessert worden sein. Alle vier Längenversionen sollen eine Strecke von 500 bis 600 km bewältigen können. Selbst bei starkem Frost von –15°C schaffe der Citea mindestens 250 km, sagt VDL. Damit könnte das Fahrzeug nicht nur in städtischen Ballungsräumen eingesetzt werden, sondern auch im Überlandverkehr.

Möglich wird die Reichweitenverbesserung durch die Anordnung der Fahrzeugbatterien im Boden und der sich daraus ergebenen Leichtbauweise des Aufbaus, der keine schweren Batterien auf dem Dach mehr tragen muss. Geht man davon aus, dass jedes einzelne der 13 Batteriepakete an Bord des 12-m-Solos eine Kapazität von 30 bis 35 kWh besitzt, könnten so 400 bis 450 kWh an Batteriekapazität mitgeführt werden, wovon 320 bis 360 kWh nutzbar wären. Bei einem Verbrauch von rund 0,6 kWh/km wird somit die von VDL angegebene Maximalreichweite von 600 km bei idealen Bedingungen – also ohne Thermomanagementbedarf – möglich. Auch die Minimalreichweite im Winter von 250 km erschiene bei einem realistischen Maximalverbrauch von ca. 1,4 kWh/km plausibel.

Mehr Möglichkeiten

Der Vorteil von speziell für den elektromobilen Einsatz bestimmten Fahrzeugen mit der Batterieplatzierung möglichst im Fahrzeugboden besteht neben der Leichtbauweise darin, dass die Entwickler nicht mehr an die festen Positionen für ein Großteil der restlichen Komponenten gebunden sind. Beim Verbrenner ist beispielsweise der Platz für den Verbrennungsmotor meist links im Heck relativ starr vorgegeben. Infolgedessen konnte VDL nun das technische Design weitestgehend selbst bestimmen und das Gewicht der Komponenten so optimal wie möglich verteilen, indem beispielsweise die Motoren in die Räder integriert wurden und die Position der Achsen und Türen optimiert werden konnte.

110 Passagiere im Solo

Dank der im Boden platzierten Batterien wird zudem nun erstmals ein vollniederfluriger Aufbau möglich – ohne Heckpodest und damit Treppenstufen zum Heckbereich und am hinteren Einstieg. Das bietet natürlich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Inneneinrichtung und Kopffreiheit in der letzten Sitzreihe. Zudem konnte der zusätzliche Raum im Heck für eine Erhöhung der Sitzplatzanzahl genutzt werden, die auf mindestens 45 ansteigt, auch dank Klappsitzen im Bereich der Sondernutzungsfläche gegenüber Tür 2. Dank des niedrigen Leergewichts aufgrund der Leichtbauweise ohne verstärkte Dachkonstruktionen für Batterielast auf dem Dach und der relativ frei gestaltbaren Gewichtsverteilung mit optimierten Achslasten können im 12,2-m-Fahrzeug insgesamt 110 Passagiere mitfahren.

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