Van Hool, Kiepe Electric und Alstom: 24-m-E-Doppelgelenkbusse für Paris

Die Lösung für ÎIe-de-France Mobilités beinhaltet ein bodenbasiertes, konduktives Ladesystem.

Das neue System des Konsortiums Van Hool, Kiepe Electric und Alstom soll die Hochleistungsbuslinien T Zen 4 und T Zen 5 im Süden von Paris bedienen. (Grafik: Van Hool)
Das neue System des Konsortiums Van Hool, Kiepe Electric und Alstom soll die Hochleistungsbuslinien T Zen 4 und T Zen 5 im Süden von Paris bedienen. (Grafik: Van Hool)
Claus Bünnagel

Es ist eine Weltpremiere: Ein Konsortium bestehend aus den Herstellern Van Hool, Kiepe Electric und Alstom liefert mindestens 56 Doppelgelenkelektrobussen mit 24 m Länge an Île-de-France Mobilités – angetrieben von schnellladbaren Hochleistungsbatterien, die über ein bodenbasiertes, konduktiv-statisches Ladesystem (SRS) aufgeladen werden. Die Fahrzeuge sind für die beiden BRT-Linien T Zen 4 und T Zen 5 im Süden der französischen Hauptstadt bestimmt. Die T Zen 4 ersetzt die aktuelle Linie 402, mit fast 26.000 Fahrgästen pro Tag die meistbefahrene Linie im Großraum Paris. Die Bedienung einer dritten Linie mit E-Doppelgelenkelektrobussen ist Option.

Diese Lösung ist eine Weltneuheit, die ein hohes Servicelevel bei einfachster Bedienung bietet. Sie wird von den Erfahrungen der Straßenbahn in Nizza profitieren, denn dort wurde SRS auf 15 km und bei 34 Bahnen installiert und in Betrieb genommen. (Jean-Baptiste Eyméoud, Präsident von Alstom in Frankreich)

Bis zu 140 Fahrgäste

Die Van Hool Exqui.City 24-Doppelgelenkbusse können jeweils etwa 140 Fahrgäste befördern. Die Fahrzeuge sind dank breiter Schiebetüren und Niederflurbauweise für Personen mit eingeschränkter Mobilität voll zugänglich.

Das bodenbasierte Ladesystem von Alstom ist mit einem On-Board-Energiesystem von Kiepe Electric gekoppelt. Letzterer Hersteller liefert jeweils das Traktionssystem für zwei angetriebene Achsen. Traktionsbatterien, Nebenverbraucherumrichter und Kühlsysteme zählen ebenso zum Lieferumfang wie die Hochvoltverteilung. Hinzu kommen die Fahrzeugsoftware für das Energiemanagement und die Antriebssteuerung. Zudem werden weitere Komponenten aus der Knorr-Bremse-Gruppe eingesetzt – wie der Schraubenkompressor von Knorr-Bremse und der Bremswiderstand von Heine Resistors. Eine möglichst hohe Betriebssicherheit unterstützt Kiepe Electric mit einer cloudbasierten Datenanwendung aus tages- und jahreszeitabhängigen Verbrauchs-, Strecken- und Leistungsparametern. Die Sammlung der Betriebsdaten übernimmt das KI-basierte Smart Fleet Management (SFM). Das Kiepe Fleet Management (KFM) überträgt die Daten an die Basisstation des Verkehrsbetriebes.

Bodenbasiertes Aufladesystem

Beim SRS-System von Alstom handelt es sich um eine interoperable Technologie für elektrische Verkehrsmittel wie Busse und Straßenbahnen aller Marken und Größen. SRS ist als kompakte Lösung im Stadtbild nicht sichtbar und gewährleistet ein automatisiertes Aufladen mit hoher Leistung an Haltestellen und Endstationen. Auf 15 km Straßenbahngleisen in Nizza ermöglicht SRS ein Aufladen bei hoher Verfügbarkeit (>99,9 %). Für die Projekte T Zen 4 und T Zen 5 wird Alstom die Ladesysteme entwickeln, die Ausrüstungen liefern, installieren, in Betrieb nehmen und die Garantie übernehmen. Der Rahmenvertrag beinhaltet auch eine Servicevereinbarung bezüglich Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Busses und Ladesystems.

Die Buslinien T Zen 4 und T Zen 5

Die Linien T Zen 4 und T Zen 5 sind Schnellbuslinien auf eigenen Spuren. Die BRT-Linie T Zen 4 wird die 14,8 km zwischen Viry-Châtillon und Corbeil-Essonnes zurücklegen. Die T Zen 5 ist eine neue, 9,5 km lange Buslinie, die das 13. Arrondissement von Paris über Ivry-sur-Seine und Vitry-sur-Seine mit Choisy-le-Roi verbindet.

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