Opibus: Erster Elektrobus aus Afrika

Er soll bis Ende 2023 für den panafrikanischen Markt zur Verfügung stehen.

Von der Optik kann der Opibus-Elektrobus nicht mit dem Wettbewerb von anderen Kontinenten mithalten. Up to date sind aber die Platzierung der Batterien in der Bodengruppe und die CCS-Ladung. (Foto: Opibus)
Von der Optik kann der Opibus-Elektrobus nicht mit dem Wettbewerb von anderen Kontinenten mithalten. Up to date sind aber die Platzierung der Batterien in der Bodengruppe und die CCS-Ladung. (Foto: Opibus)
Claus Bünnagel

Der schwedisch-kenianische Fahrzeughersteller Opibus hat den ersten in Afrika entwickelten Elektrobus vorgestellt. Er soll bis Ende 2023 für den panafrikanischen Markt zur Verfügung stehen, umgesetzt von lokalen Fertigungspartnern. Der Schlüssel zu dieser Technologie ist die von Opibus entwickelte Plattform für Elektrofahrzeuge, die modular aufgebaut ist und als Grundlage für verschiedene Fahrzeugtypen dienen kann. Das neue Modell soll deutlich kostengünstiger sein als der Import von Elektrobussen. Opibus erwartet aufgrund der deutlich niedrigeren Wartungskosten im Vergleich zu einem vergleichbaren Verbrenner und den relativ niedrigen Aufwendungen für den Strombezug ein Absinken der Gesamtbetriebskosten um rund 50 % gegenüber Dieselpendant

Das erste Fahrzeug soll Mitte dieses Jahrs auf den Markt kommen. Anschließend wird die Plattform in der zweiten Jahreshälfte 2022 im kommerziellen Einsatz von zehn Bussen in größerem Maßstab getestet. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir wertvolles Feedback sammeln, um das Produkt weiter zu entwickeln und es optimal an den Markt anzupassen. Es ist ein großartiges Gefühl, in diesem sehr spannenden Bereich der Vorreiter zu sein. (Dennis Wakaba, Projektkoordinator Öffentlicher Verkehr bei Opibus)

Start in Nairobi

Der Einsatz der Busse erfolgt zunächst in den Stadtrandgebieten der Metropole Nairobi – gepaart mit einem Geschäftsmodell, das den Betreibern vom ersten Tag an Einsparungen ermöglicht. Parallel zum Einsatz der Fahrzeuge werden mehrere Ladestationen aus der bereits bestehenden Produktpalette von Opibus installiert. Bei diesen wird es sich vermutlich um CCS-Ladegeräten handeln mit der Möglichkeit sowohl der AC- als auch DC-Ladung. Mit dem Schnellladegerät wird der Elektrobus innerhalb einer Stunde vollständig aufgeladen, was einen reibungslosen Betrieb ermöglicht. 

In einem ersten Video gibt es bewegte Bilder vom Fahrzeug (https://youtu.be/jM0El4M_4K8). Zwar versprüht es vom Außen- wie Innendesign eher den Charme der 60er- und 70er-Jahre europäischen Niveaus. Aber der Fahrzeugaufbau ist durchaus innovativ mit den Batteriepacks in der Bodengruppe – einer Technik, die auch in anderen Teilen der Welt im Busbau auf dem Vormarsch ist.

Über Opibus 

Opibus ist ein schwedisch-kenianisches Technologieunternehmen, das auf den afrikanischen Kontinent zugeschnittene Elektrofahrzeuge entwirft, entwickelt und einsetzt und damit den Übergang zu nachhaltigem Verkehr unterstützt. Es wurde 2017 gegründet und war das erste Unternehmen, das vor Ort produzierte Elektromotorräder und -fahrzeuge lieferte. Mit fast 100 Mitarbeitern ist Opibus heute der führende Entwickler von Elektrofahrzeugen in Afrika und verfügt über eine der größten Flotten von Elektromotorrädern. 

Kurze Fakten über Opibus: 

  • Gleichstellung der Geschlechter: 40 % weibliche Mitarbeiter in allen Bereichen 
  • Lokale Herstellung und Lieferkette: Alle Fahrzeuge werden in Ostafrika entwickelt und hergestellt
  • Markt: Bislang 170 Fahrzeuge im Einsatz 
  • Mitarbeiter: ca. 100
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